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KSP Engel gewinnt Wettbewerb für die Urbane Mitte Süd
Das Preisgericht des Realisierungswettbewerbs Urbane Mitte Süd, v. l.: Dr. Katharina Lindschulte, Landschaftsarchitektin; Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin des Landes Berlin; Christoph Felger, Architekt; Elise Pischetsrieder, Architektin; Birgit Rapp, Architektin; Prof. Markus Allmann, Architekt und Vorsitzender des Preisgerichts; Jórunn Ragnarsdóttir, Architektin; Prof. Maren Brakebusch, Landschaftsarchitektin; Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer Periskop Development; Tatjana Keil, Periskop Development | BERLINboxx/Evgenia Grabovska

KSP Engel gewinnt Wettbewerb für die Urbane Mitte Süd

24. August 2026

Entscheidung am Gleisdreieck: Das Preisgericht hat den Entwurf von KSP Engel und nsp landschaftsarchitekten stadtplaner mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Damit nimmt einer der zentralen Bausteine der Urabnen Mitte Am Gleisdreieck konkrete architektonische Gestalt an.

Eine intensive Preisgerichtssitzung, sieben Entwürfe und am Ende eine klare Entscheidung: Der Realisierungswettbewerb für die Urbane Mitte Süd am Gleisdreieck ist entschieden. Den ersten Preis erhält KSP Engel gemeinsam mit nsp landschaftsarchitekten stadtplaner. Das Preisgericht würdigte insbesondere die klare städtebauliche Setzung, die robuste architektonische Haltung und die Einbindung des Ensembles in den stark frequentierten Stadtraum zwischen Park, Hochbahntrassen und angrenzender Bebauung.

Vier Arbeiten ausgezeichnet

Der zweite Preis ging an Kleihues + Kleihues gemeinsam mit POLA Landschaftsarchitekten. Zwei dritte Preise erhielten Ortner & Ortner Baukunst mit st raum A sowie Baumschlager Eberle mit Luz Landschaftsarchitektur.

BERLINboxx hatte den Wettbewerb bereits in den vergangenen Monaten mit einer eigenen Reihe begleitet und die teilnehmenden Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros mit Blick auf ihre Haltung, Referenzen und ihre Ansätze für die Urbane Mitte Süd vorgestellt.

KSP Engel mit nsp: Funktional, urban, nutzungsorientiert
Kleihues + Kleihues: Stadträumliche Präzision für die Urbane Mitte Süd
Ortner & Ortner Baukunst: Urbane Baukunst für einen Zukunftsort am Gleisdreieck
Baumschlager Eberle Architekten: Nachhaltigkeit ohne große Geste

Insgesamt hatten sieben renommierte Planungsteams an dem anonymen, einphasigen Realisierungswettbewerb teilgenommen. Der Wettbewerb wurde von April bis August 2026 durchgeführt.

Im Zentrum der Aufgabe stand der Entwurf eines Gebäudeensembles für die beiden südlichen Baufelder der Urbane Mitte Am Gleisdreieck. Auf rund 23.750 Quadratmetern Geschossfläche sollen zwei Hochpunkte mit rund 49 und 25 Metern Höhe entstehen, die über einen gemeinsamen Sockel miteinander verbunden sind.

Der Siegerentwurf von KSP Engel | Visualisierung KSP Engel
Der Siegerentwurf von KSP Engel | Visualisierung KSP Engel

Ein kräftiger Sockel zwischen Park und Stadt

Beim Siegerentwurf überzeugte das Preisgericht vor allem die architektonische und stadträumliche Gesamtidee. Der Sockel nimmt die unterschiedlichen Nutzungen des Ensembles auf und soll zugleich den öffentlichen Raum stärken. Gerade der Übergang zwischen Bebauung und Park erhält damit eine zentrale Bedeutung. Auch die beiden Hochpunkte wurden positiv bewertet: Sie fügen sich nach Einschätzung des Preisgerichts präzise in die stadträumliche Situation ein und entwickeln eine markante, zugleich jedoch zurückhaltend integrierte Silhouette.

Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer Periskop Development, sieht in der Entscheidung einen wesentlichen Schritt für das Projekt: „Wir freuen uns sehr über das Ergebnis des Wettbewerbs. Der Siegerentwurf findet eine überzeugende architektonische Antwort auf die besonderen Anforderungen dieses Standorts und verbindet gestalterische Qualität, Nutzungsvielfalt und Nachhaltigkeit. Nach vielen Jahren intensiver Planung wird nun sehr konkret sichtbar, wie die Urbane Mitte Süd künftig aussehen wird. Mit dieser Entscheidung gehen wir nun in die Realisierung.

Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin des Landes Berlin, unterstrich die besondere städtebauliche Situation am Gleisdreieck: „Der Standort am Gleisdreieck stellt hohe Anforderungen an Architektur und die Einbindung in den Park. Der ausgezeichnete Entwurf begegnet diesem besonderen innerstädtischen Ort mit Robustheit und gestalterischer Kraft. Er entwickelt eine überzeugende Antwort auf ein Umfeld, das gleichermaßen durch Verkehrsanlagen, den Park, Denkmäler und urbanes Leben geprägt ist.

Konzentrierte Entscheidung am Gleisdreieck: Das Preisgericht während einer der Wertungsrunden des Realisierungswettbewerbs Urbane Mitte Süd. | Foto: BERLINboxx/Evgenia Grabovska
Konzentrierte Entscheidung am Gleisdreieck: Das Preisgericht während einer der Wertungsrunden des Realisierungswettbewerbs Urbane Mitte Süd. | Foto: BERLINboxx/Evgenia Grabovska

Vielfältige Nutzungen statt Solitär

Die Urbane Mitte Süd soll nicht allein als Gebäudeensemble funktionieren. Vorgesehen sind Beherbergungsangebote sowie öffentlich orientierte Nutzungen in den unteren Geschossen. Dazu gehören insbesondere Sport, Gastronomie und kleinteiliges Gewerbe. Entsprechend breit waren auch die Anforderungen an die Wettbewerbsteilnehmer: Neben der architektonischen Qualität spielten Nachhaltigkeit, Flächeneffizienz und wirtschaftliche Realisierbarkeit eine zentrale Rolle. Das Gesamtquartier der Urbane Mitte Am Gleisdreieck ist bereits von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Platin vorzertifiziert. Dieser Nachhaltigkeitsanspruch soll nun auch auf Gebäudeebene fortgeführt werden.

Hochkarätig besetztes Preisgericht

Den Vorsitz des Preisgerichts hatte der Münchner Architekt Prof. Markus Allmann. Als weitere Fachpreisrichter gehörten Elise Pischetsrieder, Jórunn Ragnarsdóttir und Prof. Maren Brakebusch dem Gremium an.

Als Sachpreisrichter wirkten Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin des Landes Berlin, sowie Dr. Simon Kempf und Tatjana Keil von Periskop Development mit.

Von der Wettbewerbsentscheidung in die Planung

Mit der Entscheidung des Preisgerichts erreicht die Urbane Mitte Süd einen weiteren wichtigen Meilenstein. Der Bebauungsplan VI-140cab für die südlichen Baufelder wurde bereits am 26. Februar 2026 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen. Nun soll der Siegerentwurf weiter konkretisiert und die nächste Planungsphase vorbereitet werden. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

Die Urbane Mitte Süd ist Teil der größeren Quartiersentwicklung Urbane Mitte Am Gleisdreieck zwischen dem Park und dem gleichnamigen U-Bahnhof. Grundlage der Entwicklung ist ein städtebaulicher Masterplan, der aus einem Wettbewerb von 2015 hervorgegangen ist. Mit dem aktuellen Wettbewerb wird aus diesem Masterplan nun erstmals für den südlichen Teil des Areals ein konkretes architektonisches Projekt. (eg)