Stadträumliche Präzision für die Urbane Mitte Süd
Architektur aus dem kulturellen Zusammenhang
Wenn es um Berliner Baukultur geht, führt an Kleihues + Kleihues kaum ein Weg vorbei. Das Charlottenburger Büro versteht Architektur nicht als isoliertes Objekt, sondern entwickelt sie konsequent aus dem kulturellen Zusammenhang eines Ortes. Gerade für die Urbane Mitte Süd am Gleisdreieck ist diese Haltung relevant. Denn hier treffen Geschichte, Infrastruktur, Freiraum, Kultur und künftige Nutzungen auf engem Raum aufeinander.
Jan Kleihues führt das Büro gemeinsam mit Michael Alshut. Als Sohn des Architekten Prof. Josef P. Kleihues kam er früh mit Baukunst in Berührung. Noch vor seinem Studium beschäftigte er sich intensiv mit Zeichenkunst und Bildhauerei, später studierte er an der Hochschule der Künste in Berlin. Zu seinen prägenden Wegbegleitern zählen Markus Lüpertz, Peter Cook, John Hejduk, Rafael Moneo und Peter Eisenman.
Berliner Verankerung mit internationaler Reichweite
Kleihues + Kleihues entstand aus der Zusammenarbeit von Jan Kleihues, Prof. Josef P. Kleihues und Norbert Hensel. Bis 2024 führten Jan Kleihues und Hensel das Büro gemeinsam weiter, seit 2025 Jan Kleihues und Michael Alshut. Die Berliner Verankerung prägt bis heute zahlreiche Projekte des Büros. Dazu gehören das Hochhaus am Alexanderplatz, der FÜRST (Ku’damm Karree), der Bundesnachrichtendienst oder das Dorint Hotel.
Gleichzeitig arbeitet Kleihues + Kleihues international an Projekten unterschiedlicher Größenordnung: vom Maidan Museum in Kiew über das Alsterhaus in Hamburg bis zum Universitätsklinikum in Alava, Spanien oder das von JPK entworfene MCA in Chicago. Diese Bandbreite zeigt eine Architekturauffassung, die sowohl komplexe Stadtbausteine als auch präzise Einzelgebäude beherrscht.
Nachhaltigkeit durch Dauerhaftigkeit
Die Arbeit von Kleihues + Kleihues folgt keinem kurzfristigen Stiltrend. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, langlebige und präzise entwickelte Architektur zu schaffen. Die Entwürfe entstehen aus den Eigenschaften des Ortes und der jeweiligen Bauaufgabe. Qualität, Detailarbeit und Ressourcenschonung greifen dabei ineinander.
Gerade für die ESG-Linie der Urbanen Mitte Süd besitzt dieser Ansatz besondere Relevanz. Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei technischen Standards oder Zertifizierungen. Es beginnt bei der Frage, ob ein Gebäude langfristig funktionieren kann, städtebaulich, sozial und ökologisch. Robuste Typologien, flexible Nutzbarkeit und eine klare räumliche Ordnung bilden dafür wesentliche Voraussetzungen.
Das Gleisdreieck als urbane Herausforderung
Die Urbane Mitte Süd verlangt genau diese Qualitäten. Das Areal zwischen Trebbiner Straße, Deutschem Technikmuseum, Ostpark und Luckenwalder Straße benötigt eine Architektur, die Dichte organisieren kann, ohne den Stadtraum zu überlasten. Es geht um Maßstäblichkeit, Durchwegung, Erdgeschosszonen und die Verbindung zum angrenzenden Freiraum.
Am Gleisdreieck muss Architektur mehr leisten als Sichtbarkeit. Sie muss zwischen Park und Stadt, Geschichte und Zukunft sowie öffentlicher Nutzung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit vermitteln. Genau darin liegt die Stärke eines Büros, das sich seit Jahrzehnten mit der Frage beschäftigt, wie sich Architektur in die Identität einer Stadt einschreibt.
Freiraum als Teil urbaner Infrastruktur
Mit POLA Landschaftsarchitekten ergänzt ein Büro das Team, das Landschaft als eigenständigen urbanen Raum versteht. POLA verbindet landschaftsarchitektonische Gestaltung mit Fragen von Atmosphäre, Nutzung und stadträumlicher Vernetzung.
Für die Urbane Mitte Süd wird Freiraum damit zu einem zentralen ESG-Faktor. Klimaresilienz, Aufenthaltsqualität, soziale Nutzbarkeit und die Verbindung zu den bestehenden Grünräumen am Gleisdreieck müssen zusammengedacht werden.
Das Team aus Kleihues + Kleihues und POLA Landschaftsarchitekten verbindet damit architektonische Präzision mit freiraumplanerischer Offenheit. Ein Ansatz, der für die Entwicklung der Urbanen Mitte Süd besonders relevant erscheint. (eg)