Vom Olympiapodest ins Kanzleramt
Ronald Rauhe wird neuer Sport-Staatsminister
Noch im Frühjahr sprach Ronald Rauhe mit BERLINboxx und Gerhard Wilhelm von der Spielbank Berlin über Verantwortung, Olympia und die gesellschaftliche Kraft des Sports. Nun übernimmt der zweifache Olympiasieger selbst politische Verantwortung: Bundeskanzler Friedrich Merz beruft den gebürtigen Berliner zum neuen Staatsminister für Sport im Bundeskanzleramt.
Vom Siegerpodest ins Kanzleramt: Ronald „Ronny“ Rauhe übernimmt eine der zentralen sportpolitischen Aufgaben der Bundesregierung. Bundeskanzler Friedrich Merz gab am 3. September bekannt, dass der 44-Jährige neuer Staatsminister für Sport im Bundeskanzleramt wird.
Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, gratuliert Rauhe zu seiner neuen Aufgabe: „Ronald Rauhe hat in seiner außergewöhnlichen sportlichen Karriere gezeigt, was man mit Leistungswillen, Disziplin und Ausdauer erreichen kann. Ich gratuliere ihm sehr herzlich zu seiner Berufung und wünsche ihm, dass er in seinem neuen Amt ebenso erfolgreich sein wird. Für den deutschen Sport und natürlich auch für den Sportstandort Berlin ist seine Erfahrung ein großer Gewinn.“
Wilhelm und Rauhe verbindet dabei nicht nur die Begeisterung für den Sport. Beide setzen sich seit längerem für eine starke Berliner Sportlandschaft und die Bewerbung der Hauptstadt um Olympische und Paralympische Spiele ein.
Vom Sportler zum politischen Gestalter
Für Berlin ist die Personalie besonders bemerkenswert. Rauhe wurde in der Hauptstadt geboren, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kanuten und ist seit Jahren eng mit dem Sportstandort Berlin verbunden. Bei sechs Olympischen Spielen gewann er zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Hinzu kommen zahlreiche Welt- und Europameistertitel.
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere engagierte sich Rauhe unter anderem als Athletenvertreter, TV-Experte und Botschafter für die Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele.
Dass Rauhe nun ausgerechnet das Amt des Sport-Staatsministers übernimmt, hat eine besondere Pointe. Schon vor seinem Wechsel ins Kanzleramt hatte er sich ausdrücklich dafür eingesetzt, den Sport auf höchster Regierungsebene stärker zu verankern. Sportpolitik, so seine Überzeugung, müsse weit über Medaillen und Wettkämpfe hinausgedacht werden – als gesellschaftliche Aufgabe und verbindende Kraft.
Genau darüber hatte Rauhe auch im Frühjahr im Gespräch mit BERLINboxx und Gerhard Wilhelm gesprochen. Unter dem Titel „Olympia an die Spree!“ ging es um die Berliner Olympiabewerbung, aber auch um Leadership, Verantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, was von großen Sportereignissen langfristig für eine Stadt bleiben kann.
Rauhes Leitmotiv dabei: Erfolg verpflichtet. Seine Erfahrung als Fahnenträger bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Tokio beschrieb er als besondere Auszeichnung für seine gesamte sportliche Laufbahn. Die daraus erwachsene Verantwortung wollte er auch nach seiner aktiven Karriere weitertragen.
Mit dem Wechsel ins Kanzleramt bekommt dieser Anspruch nun eine neue Dimension.
Starke Verbindung zum Sportstandort Berlin
Auch die Spielbank Berlin begleitet und unterstützt den Berliner Sport seit vielen Jahren. Das Unternehmen engagiert sich bei zahlreichen Sportveranstaltungen und zählt zu den Unterstützern der Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele.
Bereits beim ISTAF Indoor 2026 hatten Wilhelm und Rauhe gemeinsam für die Olympiaperspektive der Hauptstadt geworben. Für Wilhelm gehört Berlin zu den großen Sportstädten Europas. Spitzensport könne Begeisterung schaffen, Menschen verbinden und zugleich die internationale Strahlkraft der Hauptstadt stärken.
Beim Hoffest des Regierenden Bürgermeisters 2026 trafen beide erneut zusammen. Olympia und Paralympics gehörten dort zu den großen Zukunftsthemen des Abends. Wenige Wochen später wird aus dem Berliner Olympiabotschafter Rauhe nun ein sportpolitischer Entscheidungsträger auf Bundesebene.
Für die Berliner Olympiabewerbung dürfte diese Personalie daher mit besonderem Interesse verfolgt werden. Rauhe kennt den Spitzensport aus mehr als zwei Jahrzehnten eigener Erfahrung, die Perspektive der Athleten ebenso wie die politische Diskussion um Sportförderung und internationale Großereignisse.
Aus dem Olympiasieger und Botschafter wird damit ein politischer Gestalter. Und aus einem Gedanken, der ihn schon lange begleitet – dass aus Erfolg auch Verantwortung erwächst –, wird nun ein Regierungsauftrag.
Wir wünschen Ronald Rauhe viel Erfolg, eine glückliche Hand und weiterhin jene Ausdauer, die ihn schon als Sportler ausgezeichnet hat. (eg)