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ingenhoven associates: Supergreen für die Urbane Mitte Süd
Michael Rathgeb und Martin Reuter führen als Geschäftsführer und Architekten das Büro ingenhoven associates | Max Brunnert

ingenhoven associates: Supergreen für die Urbane Mitte Süd

19. August 2026

Nachhaltigkeit als Architekturprinzip

Die Urbane Mitte Süd am Gleisdreieck zählt zu den anspruchsvollsten Stadtentwicklungsprojekten Berlins. An einem hochkomplexen innerstädtischen Standort stellt sich die Frage, wie unsere Stadt heute weitergebaut werden kann: mit architektonischer Qualität, ökologischer Verantwortung und sozialer Nutzbarkeit.

Für Periskop Development als Vorhabenträger ist das Wettbewerbsverfahren deshalb mehr als der nächste Planungsschritt. Es ist Ausdruck eines hohen Qualitätsanspruchs an einen künftigen Stadtbaustein zwischen Park, Infrastruktur, Kultur und öffentlichem Raum. Bis August 2026 setzen sich sieben Teams aus Architektur und Landschaftsarchitektur mit dem Areal auseinander.

BERLINboxx begleitet diesen Prozess mit einer Serie über die teilnehmenden Büros: mit Blick auf ihre Haltung, ihre Referenzen und ihre mögliche Relevanz für einen der anspruchsvollsten Entwicklungsorte Berlins.

ingenhoven associates zählt zu den Architekturbüros, die nachhaltige Architektur früh als strategisches Thema gesetzt haben. Das Düsseldorfer Büro um Christoph Ingenhoven arbeitet seit 1985 an Projekten, die Architektur, Stadtraum und ökologische Verantwortung verbinden. Der eigene Begriff supergreen® steht dabei für einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz: Energie, Ressourcen, Material, Bauprozess, Nutzung und städtischer Kontext werden nicht getrennt betrachtet, sondern als zusammenhängendes System gedacht.

Für die Urbane Mitte Süd am Gleisdreieck ist dieser Ansatz besonders relevant. Das Areal verlangt nach einem Stadtbaustein, der Dichte, Freiraum, Mobilität, öffentliche Nutzung und langfristige Klimaverantwortung zusammenführt. Hier reicht es nicht, Gebäude nachträglich „grün“ zu etikettieren. Nachhaltigkeit muss von Beginn an Teil der räumlichen, technischen und sozialen Konzeption sein.

Großprojekte mit grüner Handschrift

ingenhoven associates arbeitet weltweit an Projekten unterschiedlicher Größe und Typologie. Zu den bekannten Arbeiten gehören der Hauptbahnhof Stuttgart, Marina One in Singapur, Kö-Bogen II in Düsseldorf und internationale Hochhaus- und Infrastrukturprojekte. Das Büro beschreibt seine Architektur als nachhaltig, zeitlos und natürlich; besondere Bedeutung haben Transparenz, Klarheit, Materialgerechtigkeit, Dauerhaftigkeit und soziale Nachhaltigkeit im urbanen Kontext.

Gerade Kö-Bogen II zeigt, wie stark ingenhoven associates Architektur und Begrünung miteinander verbindet. Das Projekt in Düsseldorf wurde als grüner Stadtbaustein entwickelt und steht exemplarisch für eine Architektur, die nicht nur Energieeffizienz, sondern auch Mikroklima, Stadtraum und öffentliche Wahrnehmung einbezieht. Für die Urbane Mitte Süd ist diese Erfahrung wichtig: Am Gleisdreieck geht es um einen Ort, der sichtbar sein wird, aber zugleich ökologisch und städtebaulich tragfähig funktionieren muss.

ESG über Energie, Kontext und soziale Wirkung

Die ESG-Linie von ingenhoven associates liegt in der Verbindung von ökologischer Performance und urbaner Verantwortung. Das Büro arbeitet nach hohen internationalen Green-Building-Standards wie LEED, BREEAM, DGNB, Green Star und CASBEE und wurde 2024 als einer von drei Finalisten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025 in der Kategorie Unternehmen ausgewählt.

Für ein innerstädtisches Projekt wie die Urbane Mitte Süd bedeutet das: Nachhaltigkeit muss messbar, aber auch erlebbar sein. Gebäude müssen Energie und Ressourcen schonen, aber zugleich soziale Räume schaffen, Wegebeziehungen stärken und ein gutes Stadtklima unterstützen.

Freiraum als Teil des Systems

Mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten ergänzt ein Büro das Team, das Freiraum als wesentlichen Bestandteil urbaner Entwicklung versteht. Landschaftsarchitektur übernimmt an einem Standort wie dem Gleisdreieck eine zentrale Aufgabe: Sie muss zwischen Architektur, Park, Infrastruktur und öffentlicher Nutzung vermitteln.

Für die Urbane Mitte Süd ist dieser Ansatz entscheidend. Der Freiraum muss nicht nur gestalten, sondern auch funktional wirken: Er soll Aufenthaltsqualität schaffen, Wege ordnen, klimaaktive Flächen ermöglichen und die Verbindung zum bestehenden Stadtraum stärken. Gerade an einem hochfrequentierten Ort wie dem Gleisdreieck wird Landschaft damit zu einem wichtigen ESG-Faktor.

Ein grüner Stadtbaustein mit urbaner Präzision

Das Team aus ingenhoven associates und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten bringt damit eine Perspektive in den Wettbewerb ein, die für die Urbane Mitte Süd besonders interessant ist: Architektur und Landschaft werden als gemeinsames System verstanden. Es geht um Gebäude, die Ressourcen schonen, und Freiräume, die das Stadtklima verbessern, Wege öffnen und soziale Nutzung ermöglichen.

Am Gleisdreieck entscheidet sich die Qualität nicht an einer einzelnen Geste. Entscheidend wird sein, wie Dichte, Begrünung, Nutzungsmischung und öffentlicher Raum zusammenwirken. Genau hier liegt die Stärke dieses Teams: Nachhaltigkeit nicht als Dekoration zu verstehen, sondern als tragendes Prinzip urbaner Entwicklung. (red)