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Corona-Novemberhilfen – Unternehmen vor dem Aus
Nach der Verschärfung der Corona-Auflagen starteten turbulente Zeiten für viele Berliner Unternehmer, die geschlossen bleiben müssen. | Bild: Andreas Glöckner auf Pixabay

Corona-Novemberhilfen – Unternehmen vor dem Aus

26. November 2020

Nach der Verschärfung der Corona-Auflagen ab dem ersten November starteten turbulente Zeiten für viele Berliner Unternehmer. Im Rahmen des „Lockdown-Light“ mussten Restaurants, Bars, Fitnessstudios, Hotels, Theater und Kinos schließen. Für viele der wirtschaftlich eh schon geschädigten Betriebe ein Schock. Ein Bangen um die Existenz begann. Nun können die seit langem angekündigten Corona-Novemberhilfen endlich beantragt werden.

Maßnahmenpaket für Unternehmen

Angesichts des zunehmenden Infektionsgeschehens haben die Bundesregierung und die 16 Länder am 28. Oktober zeitlich befristete Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren. Mit der Veröffentlichung der Maßnahmen wurden auch Wirtschaftshilfen angekündigt. Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den beschlossenen Maßnahmen betroffen sind, können die Novemberhilfe beantragen. Sie wird als einmaliger Zuschuss für die Dauer der Schließungen im November 2020 gezahlt, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Die Antragstellung ist für viele der Berliner Unternehmen bereits Routine Der Antrag kann über www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfergestellt werden. Soloselbständige können den Antrag bis zu einer Förderhöhe von 5.000 Euro selbst stellen, sofern sie noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben. Automatisch soll dann ein Abschlag in Höhe von 50 Prozent gewährt werden.

Wer unter welchen Bedingungen förderberechtigt ist und welche Förderhöchstgrenzen gelten, kann man auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft nachlesen.

Geduldsprobe für Existenzbedrohte

Viele Unternehmer warten schon seit Wochen auf die Möglichkeit die Anträge einzureichen. Seit dem 25. November ist dies nun möglich. Viele Betriebe hatten auf schnellere finanzielle Hilfe gehofft. „Es ist wirklich hart. Im Frühjahr hatten wir das Gefühl, wir schaffen das. Die schnellen Hilfen der IBB haben uns das Gefühl gegeben: Da ist ein Staat, der dir hilft. Jetzt ist alles sehr beunruhigend,“ so Berliner Unternehmerin Anna Arndt gegenüber der Berliner Zeitung.

Auch Sebastian Czaja, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin äußerte sich empört über das Vorgehen der Politikentscheider im Rahmen der Corona-Maßnahmen: „Nach drei Wochen Lockdown sollten Bundesregierung und Senat endlich einsehen, was schon vor dem Lockdown aus dem Lagebericht des RKI hervorging: Restaurants, Theater, Hotels, Fitnessstudios und viele mehr waren nicht die Treiber der Pandemie – ihre Schließung ist wirkungslos. Dennoch hält die Regierung an diesen willkürlichen Maßnahmen fest und pocht auf eine Verlängerung – noch bevor die groß angekündigten Novemberhilfen für die betroffenen Unternehmen überhaupt beantragt werden können.“

Czaja betonte außerdem die Verantwortung des Senats gegenüber den betroffenen Unternehmen: „Der Senat sollte sich besser dafür einsetzen, dass die Hilfen schnellstmöglich und unkompliziert über die Finanzämter beantragt werden können – eine weitere Verzögerung wäre der Todesstoß für einen großen Teil der Berliner Wirtschaft.“ (nm)