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Zunehmender Leerstand in der City West
Der Einzelhandel leidet durch die wirtschaftlichen Krisen mehr denn je | Ross Sneddon auf Unsplash

Zunehmender Leerstand in der City West

08. August 2023

Ob entlang des Ku'damms oder in den Randgebieten der Berliner City West: Der gegenwärtige Strukturwandel führt zu wachsendem Leerstand. Die Herausforderungen der vergangenen Jahre haben zahlreiche Geschäfte dazu gebracht, ihre Türen zu schließen. Das Problem wird durch eine zu geringe Anzahl potenzieller Nachmieter weiter verschärft. Selbst erstklassige Standorte bleiben nicht vom stark zunehmenden Leerstand verschont, so das Einzelhandels-Team von Berlin Partner. Die Wirtschaftsförderer beklagen, dass der Einzelhandel ohne Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr mehr als ein Fünftel seines Umsatzes eingebüßt hat.

Dies sei das Ergebnis „zweier sich überlagernder Krisen", analysiert Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Die Maßnahmen zur Bewältigung der Lockdown-Folgen in der Pandemie seien zu spät angekommen, betont er. Der Einzelhandel habe besonders stark darunter leiden müssen und außerordentlich geringe Unterstützung und Entschädigung erhalten, was sich nun rächt. Die zweite Krise ist die gedämpfte Konsumfreude aufgrund der Inflation, dazu kommen die veränderten Konsumgewohnheiten durch den Onlinehandel. Und: Wenn Händler aus der Babyboomer-Generation in den Ruhestand treten, finden sie oft keine geeigneten Nachfolger – dann tritt die dritte Krise ein. Der Handelsverband schätzt den Leerstand je nach Stadtteil schon heute auf zehn bis 15 Prozent. (kr)