Yitzhak-Rabin-Preis für Felix Klein: Ein Kämpfer für Demokratie und Verständigung
In einer Zeit wachsender internationaler Spannungen und zunehmenden Antisemitismus‘ setzte die Verleihung des Yitzhak-Rabin-Preises im Rathaus Charlottenburg ein eindrucksvolles Zeichen für Frieden, Dialog und demokratische Verantwortung. Mit der hohen Auszeichnung wurde Dr. Felix Klein, scheidender Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, für sein jahreslanges Wirken im Geiste der Verständigung geehrt. Der Preis erinnert an den 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin und wird von der jüdisch-liberalen Kulturorganisation „Salon Avitall“ verliehen. An deren Spitze steht die erste jüdische Kantorin nach dem Holocaust, die Berlinerin Avitall Gerstetter.
In ihrer Laudatio würdigte Bundesbildungsministerin Karin Prien die Arbeit des Preisträgers als „sehr geschickt und sehr klug“. Klein sei ein wichtiger Botschafter des jüdischen Lebens in unserem Land gewesen, zudem ein wichtiger Impulsgeber und Mahner gegen Judenhass. Die CDU-Spitzenpolitikerin ist die erste Bundesministerin jüdischer Herkunft in der Geschichte der Bundesrepublik. Sie rief die Worte Rabins in Erinnerung, dass man Frieden nie mit seinen Freunden, sondern mit seinen Feinden mache. Symbolhaft sei die Gestaltung des Yitzhak-Rabin-Preises, eine Medaille aus Meissner Porzellan, die ein Kopfbild Rabins trägt. Der Preis stehe für das Zerbrechliche, zugleich aber Traditionsreiche und Beständige jüdischen Lebens in Deutschland.
Israels Gesandter Guy Gilady betonte, dass die wahre Freundschaft zu Israel sich erst in schweren Zeiten erweise. So habe Klein früher als andere erkannt, dass der Antisemitismus in Deutschland oft aus einem linken, kulturellen Milieu kommen. Dieser Judenhass sei zwar klüger, warnte Gilady, aber deshalb auch gefährlicher.
„In diesen für unsere jüdischen Mitbürger bedrohlichen Zeiten ist Solidarität stärker denn je gefordert.“ Jeder, der sich offen und mutig für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen jede Form des Antisemitismus einsetzt, erweise sich als Bewahrer unserer freiheitlichen und offenen Gesellschaft, mahnte BERLINboxx-Verleger Frank Schmeichel.
Klein, der hervorragend Geige spielt, betonte in seinen Dankesworten, wie sehr er das gemeinsame Musizieren mit Avitall Gerstetter genossen habe. Musik öffne Türen, verbinde Menschen und schaffe Gemeinsamkeiten ohne Gleichmacherei. Das jüdische Leben, so die Botschaft des Preisträgers für die Zukunft, müsse „nicht nur verteidigt, sondern auch gefeiert werden“. (red)