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Wenn die Straße zu bleiben soll: Dalhoff Bau über grabenlosen Rohrwechsel und Grundwasserabsenkung
Gut geplant ist halb gebaut | Bild: Pramote Polyamate's Images, Canva

Wenn die Straße zu bleiben soll: Dalhoff Bau über grabenlosen Rohrwechsel und Grundwasserabsenkung

30. Januar 2026

In Berlin und Potsdam ist Kanalbau selten nur Tiefbau: Verkehr, Anlieger und Risiken müssen mitgedacht werden. Genau deshalb setzen Bauherren immer häufiger auf Verfahren, die an der Oberfläche wenig eingreifen und im Untergrund präzise planbar sind. Die Dalhoff GmbH Straßen- und Tiefbau kombiniert dafür klassische offene Bauweise mit grabenlosen Rohrauswechslungen sowie professioneller Wasserhaltung.

Baustelle als System statt „Meter Rohr“

Wo Oberfläche teuer ist und Sperrzeiten begrenzt sind, entscheiden oft nicht die Rohrmeter, sondern Bauablauf, Verkehrsführung und Wiederherstellungskosten. Moderne Verfahren zielen auf minimale Eingriffe, kürzere Sperrzeiten und bessere Planbarkeit – auch wenn ein Spezialverfahren pro Meter zunächst teurer wirkt.

Grabenlose Rohrauswechslung: Press-/Ziehverfahren

Muss eine Leitung wirklich ersetzt werden, kommt häufig die grabenlose Rohrauswechslung im Press-/Ziehverfahren zum Einsatz.

Das Press-Ziehverfahren ist eine Möglichkeit der grabenlosen, trassengleichen Auswechslung im Druckrohrbereich, bei der die Altleitung vollständig aus dem Boden entfernt und eine neue Leitung zeitgleich in den entstehenden Hohlraum eingezogen wird. Anwenden lässt sich das Verfahren bei Altleitungen aus starrem Rohrmaterial einschließlich Asbestzement im Nennweitenbereich bis DN200. Als Neurohrmaterial sind alle gängigen Rohrmaterialien mit zugfesten Rohrverbindungen einsetzbar.

Die Vorteile

  • Minimierung der Erd- und Oberflächenarbeiten
  • geringer Platzbedarf
  • minimale Beeinträchtigung für Anwohner und Verkehr
  • vollständige Bergung der Altleitung
  • keine umweltschädlichen Stoffe im Erdreich belassen
  • alte Trasse für neues Rohr nutzbar
  • Nennweitenvergrößerungen bzw. -verkleinerungen möglich

Ob das Verfahren passt, hängt u. a. von Bodenverhältnissen, Leitungsdichte, Hausanschlüssen und Setzungsrisiken ab. Daher steht am Anfang immer die saubere Eignungsprüfung und eine belastbare Ablaufplanung.

Sanieren statt tauschen: Neues Rohr im alten

Nicht jeder Schaden erfordert eine komplette Erneuerung. Bei Undichtigkeiten, Korrosion oder Wurzeleinwuchs können Close-Fit-Verfahren sinnvoll sein: Ein verformtes Kunststoffrohr wird eingezogen und anschließend wieder „aufgestellt“, sodass ein statisch eigenständiges Rohr im bestehenden Verlauf entsteht. Der Fokus verschiebt sich dabei von Baggerstunden hin zu Vorbereitung (Reinigung/TV-Inspektion), Anschlussdetails und Qualitätssicherung – während indirekte Kosten wie Verkehrsführung und Abstimmung mit Anliegern häufig sinken.

Offene Bauweise bleibt – gezielter und oft als Mischkonzept

Bei komplexen Knotenpunkten, großen Profilen oder kritischen Schadstellen ist offene Bauweise weiterhin nötig. In der Praxis bewähren sich jedoch Mischkonzepte: Abschnitte werden offen erneuert, Querungen grabenlos gelöst und sensible Bereiche geschont. Das macht Projekte nicht automatisch billiger, aber kalkulierbarer – ein zentraler Faktor im urbanen Raum.

Grundwasserabsenkung: Das unsichtbare Gewerk, das den Ablauf sichert

Hoher Grundwasserstand kann Baugruben instabil machen und Bauzeiten sprengen. Wasserhaltung ist deshalb ein entscheidender Stabilitäts- und Sicherheitsfaktor. Häufig wird eine Wellpoint-Anlage (Punktbrunnenanlage) eingesetzt: Filterspitzen werden eingebracht und über Saugleitungen abgepumpt – schnell und flexibel, allerdings mit begrenzten Absenktiefen. Entscheidend ist die richtige Dimensionierung: zu klein bedeutet Stillstand und Nachrüstungen, zu groß treibt Energie- und Betriebskosten. Hydrogeologische Vorarbeit und Monitoring zahlen sich hier direkt aus.

Fazit: Planbarkeit gewinnt

Moderne Technik macht Kanalbau nicht automatisch günstiger – aber besser steuerbar. Grabenlose Rohrauswechslungen im Press-/Ziehverfahren reduzieren Eingriffe und Folgekosten an der Oberfläche, verlangen dafür eine präzise Planung. Professionelle Grundwasserabsenkung verhindert Stillstand und minimiert Risiken. Wer Methodenauswahl, Bauablauf, Wasserhaltung und Dokumentation als Gesamtpaket denkt, gewinnt im Ergebnis nicht nur Meter, sondern vor allem Zeit – und das ist in einer Stadt, die nicht auf Pause gestellt werden kann, oft das stärkste Kostenargument. (red)