Washington Post schließt Berliner Büro
Bereits am Mittwoch gab die US-Tageszeitung „The Washington Post“ bekannt, dass etwa ein Drittel ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen wird. Nun steht fest, dass auch das Berliner Büro geschlossen wird. Die „Washington Post“ zählt zu den angesehensten Tageszeitungen der Vereinigten Staaten und gehört seit 2013 dem Tech-Unternehmer Jeff Bezos, einem Unterstützer von Donald Trump.
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU/Ver.di) bezeichnete den angekündigten Abbau von mehr als 300 journalistischen Stellen sowie die Schließung des Berliner Büros als „massiven Einschnitt und fatales Signal für die demokratische Öffentlichkeit“. Der derzeitige Stellenabbau sei „Ausdruck einer grundsätzlichen Fehlentwicklung“, erklärte Peter Freitag, Co-Vorsitzender der DJU. Medienhäuser im Besitz von Tech-Milliardären würden zunehmend nicht mehr nach journalistischen Maßstäben geführt, sondern entlang machtpolitischer und ideologischer Interessen.
Nach Informationen der „New York Times“wurden rund 30 Prozent der gesamten Belegschaft sowie mehr als 300 der etwa 800 Journalistinnen und Journalisten der „Washington Post“ entlassen. Konkrete Zahlen nannte die Zeitung selbst nicht. Das Medium schreibt Insidern zufolge seit Jahren rote Zahlen. (red)