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Verantwortung und Dialog
Übergabe des Forderungspapiers an Sandra Stein (m.), Mittelstandsbeauftragte Bündnis 90/Die Grünen | Bild: Thilo Schneider

Verantwortung und Dialog

09. Januar 2026

Der Junge Mittelstand ist die Initiative der Unternehmerinnen und Unternehmer unter 40 Jahren im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Beim dritten Bundesforum kamen in Berlin unlängst mehr als 60 junge Mittelständler aus ganz Deutschland zusammen, um das Gespräch untereinander und den Dialog mit der Bundespolitik zu suchen. Im Zentrum standen zwei Fragen: Wie können Führungsverantwortung und Unternehmertum in den jungen Generationen wieder positiv besetzt werden, und welche Herausforderungen gehen damit einher, in Wirtschaft und Politik Verantwortung zu übernehmen?

Im stylischen basecamp.digital von O2 Telefónica blieb der Junge Mittelstand zunächst unter sich, um in vertraulicher Runde über aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen, erreichte Meilensteine und gemeinsame politische Kernanliegen zu sprechen. Im Anschluss diskutierten die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer im Deutschen Bundestag mit Sandra Stein, der Mittelstandsbeauftragten von Bündnis 90/Die Grünen.

Die Themenpalette umfasste einen generationengerechten Bundeshaushalt, den mangelnden Fortschritt beim Bürokratieabbau, Frauen in Führungsetagen sowie anstehende Gesetzgebungsprojekte, wie das Bundestariftreuegesetz, aber auch geplante Auf lagen und Berichtspflichten aus Brüssel. Hierzu überreichten die Sprecherinnen und Sprecher des Jungen Mittelstands ein Forderungspapier und ermutigten zugleich die junge Oppositionspolitikerin, das wirtschaftspolitische Handeln der Bundesregierung kritisch und zielgerichtet(er) zu kontrollieren.

Vorbild Verteidigungsministerium

Ein Highlight des Tages war der Besuch im Bundesministerium der Verteidigung. Dort erhielten die Unternehmerinnen und Unternehmer nicht nur Einblicke in die aktuelle sicherheitspolitische Lage und die personelle sowie finanzielle Restrukturierung der Bundeswehr, sondern auch ein beeindruckendes Praxisbeispiel für erfolgreichen Bürokratieabbau: Das Ministerium hat in kürzester Zeit fast die Hälfte seiner hausinternen Verordnungen gestrichen, wodurch interne Abläufe und Vergabeprozesse erheblich beschleunigt wurden. Ein starkes Signal und Vorbild für andere Ressorts, das die Teilnehmenden mit spontanem Beifall bedachten.

Begrüßungsrede von BVMW-Bundes- geschäftsführer Christoph Ahlhaus | Bild: Thilo Schneider

Young Leadership im Fokus

Den Abschluss des Bundesforums bildete ein Parlamentarischer Abend in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG). Nach der Begrüßung durch BVMW-Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus stimmte der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Pascal Reddig, mit seiner Keynote auf das Thema des Abends ein: „Young Leadership in Politik und Mittelstand.“

Auf einer Podiumsdiskussion mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Philipp Rottwilm sowie zwei Sprechern des Jungen Mittelstands, Tristan Niewöhner (persomatch GmbH) und Laura Lang (W.R. Lang GmbH), wurden Generationenunterschiede in Führungsetagen und Belegschaften sowie die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für junges Unternehmertum adressiert – insbesondere die in Deutschland noch immer unzureichend gelebte Risiko- und Fehlerkultur.

Die Teilnehmenden des dritten Bundesforums waren sich einig: Auch wenn junge Unternehmerinnen und Unternehmer mitunter ernüchtert sind, wie langsam politische Prozesse vorankommen, bleiben der offene Diskurs und Wissensaustausch zwischen Wirtschaft und Politik unverzichtbar. Dieser Dialog wird auch in diesem Jahr die Aktivitäten der Initiative in der Hauptstadt prägen. (red)