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UVB-Bierabend 2026: Berlins Wirtschaft fordert klare Prioritäten von der nächsten Koalition
UVB-Präsident Stefan Moschko (r.) und UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp beim traditionellen Bierabend der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg im KaDeWe | BERLINboxx

UVB-Bierabend 2026: Berlins Wirtschaft fordert klare Prioritäten von der nächsten Koalition

05. November 2026

Klare Worte, politische Prominenz und intensive Gespräche über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts: Beim traditionellen Bierabend der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) am 4. November im KaDeWe trafen rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien aufeinander. UVB-Präsident Stefan Moschko nutzte die Bühne für einen eindringlichen Appell an die künftige Berliner Landesregierung: Schluss mit ideologischen Debatten, mehr wirtschaftspolitische Vernunft.

Ein Glas Bier, ein Händedruck und viele Gespräche abseits des politischen Tagesgeschäfts: Der UVB-Bierabend gehört seit mehr als 50 Jahren zu den festen Terminen im Kalender der Hauptstadtwirtschaft. Doch in diesem Jahr lag besondere politische Spannung in der Luft. Während Linke, Grüne und SPD über die nächste Berliner Koalition verhandeln, nutzte UVB-Präsident Stefan Moschko das traditionsreiche Treffen für eine klare Ansage.

„Hören Sie auf, Debatten zu führen, die vom Alltag der Unternehmen und ihrer Beschäftigten meilenweit entfernt sind“, appellierte Moschko an die Koalitionsparteien. Stattdessen müsse die Politik dafür sorgen, dass Unternehmen wieder besser arbeiten können. Nur so entstünden Innovationen, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Perspektiven.

Deutliche Kritik an der Enteignungsdebatte

Besonders scharf ging Moschko mit der Diskussion über die Enteignung großer Wohnungsunternehmen ins Gericht. Er bezeichnete sie als „irrwitzig“ und warnte vor weiteren Schäden für den Wirtschaftsstandort. Auch die politischen Auseinandersetzungen über den Nahost-Konflikt kritisierte der Verbandspräsident.

Seine wirtschaftspolitische Forderungsliste ist konkret: weniger Bürokratie, Entlastungen bei Energiekosten, Steuern und Abgaben sowie mehr Investitionen in Infrastruktur und Bildung. Damit schlägt die UVB in dieselbe Kerbe wie der Runde Tisch der Wirtschaft, der zu Beginn der Koalitionsverhandlungen bereits einen entschlossenen Reformkurs angemahnt hatte.

„Unsere Unternehmen brauchen Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauen“, betonte Moschko. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sei dies die Voraussetzung für Investitionen und Beschäftigung.

Politik, Wirtschaft und Medien im direkten Austausch

Dass die Forderungen nicht im luftleeren Raum verhallten, zeigte die Gästeliste. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner war ebenso vor Ort wie Justizsenatorin Felor Badenberg, Verkehrssenatorin Ute Bonde, Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra und Innensenatorin Ines Spranger. Aus Brandenburg nahm unter anderem Wirtschaftsministerin Martina Klement teil.

Auch Vertreter der Berliner Medien nutzten den Abend für Gespräche und den direkten Austausch mit den Entscheidungsträgern der Hauptstadtregion. Unter ihnen war BERLINboxx-Verleger Frank Schmeichel, der sich mit UVB-Präsident Stefan Moschko und Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp austauschte.

Im Austausch über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin: UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp, BERLINboxx-Verleger Frank Schmeichel und UVB-Präsident Stefan Moschko (v. l.) beim UVB-Bierabend 2026 | BERLINboxx
Im Austausch über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin: (v.r.) UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp, BERLINboxx-Verleger Frank Schmeichel und UVB-Präsident Stefan Moschko beim UVB-Bierabend 2026 | BERLINboxx

Zwischen politischen Botschaften, persönlichen Begegnungen und dem traditionellen Bier wurde deutlich, wofür der UVB-Bierabend seit Jahrzehnten steht: den Dialog zwischen denen, die politische Rahmenbedingungen gestalten, und denen, die täglich wirtschaftliche Verantwortung tragen.

Die Botschaft an die künftige Berliner Koalition ist unmissverständlich: Die Wirtschaft erwartet keine weiteren Grundsatzdebatten, sondern Entscheidungen, die Investitionen ermöglichen, Arbeitsplätze sichern und Berlin voranbringen. (red)