Urbane Mitte am Gleisdreieck: Zwischen Verdichtung, Anspruch und komplexer Realität
Mit einem Rundgang über das Areal und einem anschließenden Jurykolloquium startet das Verfahren zur „Urbanen Mitte“ am Gleisdreieck in eine entscheidende Phase. Vertreter aus Verwaltung, Projektentwicklung und Fachgremien diskutieren die Rahmenbedingungen für eines der anspruchsvollsten Stadtentwicklungsprojekte Berlins.
Der Projektentwickler Periskop Development vertritt die Eigentümerseite und treibt das Vorhaben voran. Jan-Steffen Iser, Director Project Development und Prokurist, beschreibt die Zielsetzung des Projekts klar: „Wir sind hier an einem zentralen Ort mit hoher Sichtbarkeit und intensiver Nutzung.” Entscheidend ist, dass “ein lebendiger Stadtraum entsteht, der sich zum Park öffnet und keine monofunktionalen Strukturen schafft.”
Auch im Preisgericht ist der Entwickler vertreten: Tatjana Keil wirkt als stellvertretende Sachpreisrichterin mit. Die „Urbane Mitte“ bildet den letzten Baustein der Entwicklung rund um den Park am Gleisdreieck. Ziel ist ein gemischt genutztes Quartier mit hoher Dichte und funktionaler Vielfalt.
„Wenn nicht hier, wo dann?“
Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt ordnet das Projekt klar in die Berliner Stadtentwicklung ein. Sie knüpft an mehr als zwanzig Jahre Planungsgeschichte an und erinnert an die Vielzahl an Abstimmungen, Debatten und Dialogformaten, die das Vorhaben geprägt haben. Kahlfeldt formuliert die strategische Ausgangslage der Stadt unmissverständlich: Berlin wächst, die Fläche wächst nicht mit. Daraus ergibt sich der Auftrag, zentrale Lagen intensiver zu nutzen.
Mit dem Satz „Wenn nicht hier, wo dann?“ setzt sie den politischen Rahmen für das Projekt. Denn der Standort gilt als hoch erschlossener Verkehrsknotenpunkt. Genau hier sieht die Stadt die Voraussetzung für Verdichtung.
Die Senatsverwaltung zieht das Verfahren bewusst auf Landesebene und macht klar: Das heutige Projekt steht am Ende eines langen Aushandlungsprozesses, in den unterschiedliche Interessen eingeflossen sind.
Nun tritt das Verfahren in die nächste Phase: Das Preisgericht wird im August 2026 tagen und die eingereichten Wettbewerbsarbeiten bewerten. (eg)