Tourismusbilanz 2025: Berlin bleibt europäische Spitze
Berlin bleibt eines der beliebtesten Städtereiseziele Europas. Die mehr als 700 Beherbergungsbetriebe der Stadt verzeichneten im vergangenen Jahr 29,4 Millionen Übernachtungen von rund 12,4 Millionen Gästen. Die Bilanz wurde heute von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sowie der visitBerlin-Geschäftsführung Sabine Wendt und Burkhard Kieker vorgestellt.
Dazu Franziska Giffey: „Mit knapp 30 Millionen Übernachtungen und über 12 Millionen Gästen können wir klar festhalten: Berlin zieht unvermindert an. Der Berlin-Tourismus behauptet sich auch in schwierigen Zeiten mit geändertem Reise- und Konsumverhalten. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass wir das Niveau des Vorjahres in etwa stabil halten. Wir gehören damit immer noch zu den wenigen Städten weltweit, die solche Besucherzahlen erreichen. Unser Fokus für 2026 ist klar: Mit gezielten Investitionen und einer engen Zusammenarbeit stärken wir den Tourismus - als einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Gleichzeitig arbeiten wir weiter daran, Berlin noch besser international anzubinden und weitere Großevents in die Stadt zu holen.“
Burkhard Kieker, Sprecher der Geschäftsführung von visitBerlin, ergänzte: „Berlin hat sich als internationale Kulturmetropole und als Stadt der Freiheit behauptet, die Menschen weltweit begeistert. Gäste aus China und Indien kommen zunehmend nach Berlin. Auch der Kongresstourismus wächst. Wir schauen daher optimistisch in die Zukunft.“
Internationale Rankings bestätigen Berlins Attraktivität als Reiseziel: Die Hauptstadt zählt zu den zehn besten Städten weltweit, gehört zu den vier nachhaltigsten Metropolen und rangiert auf Platz zwei der besten Solo-Reiseziele. Der Berlin-Marathon als beliebtester Marathon Europas und Berlins Ruf als führende Live-Musik-Metropole unterstreichen die internationale Strahlkraft der Stadt.
Internationale Märkte und neue Wachstumstreiber
Deutschland blieb 2025 mit 17,34 Millionen Übernachtungen von 7,9 Millionen Gästen der wichtigste Herkunftsmarkt für den Berlin-Tourismus. Zugleich ist der internationale Markt eine tragende Säule: Rund 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen 2025 auf Gäste aus dem Ausland. Die USA waren mit rund 1,28 Millionen Übernachtungen der größte Auslandsmarkt. Wichtigstes europäisches Herkunftsland war Großbritannien mit rund 1,27 Millionen Übernachtungen, gefolgt von den Niederlanden (786.400), Spanien (711.500) und Italien (653.000).
Besonders positiv entwickelten sich 2025 die Gästezahlen aus der Türkei (+8,5 Prozent Übernachtungen) und Übersee aus China (+14,4 Prozent), Indien (+10,0 Prozent), Israel (+9,5 Prozent) und Kanada (+6,6 Prozent).
Die Visitor Economy ist ein elementarer Pfeiler der Berliner Wirtschaft, wirkt weit über Hotels hinaus und sichert mit einem touristischen Konsum von 15,1 Milliarden Euro eine Bruttowertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro. 224.800 Menschen leben direkt oder indirekt vom Tourismus in Berlin.
Starke Impulse durch Groß-Events und Kongresse
Ein wichtiger Motor für Nachfrage und internationales Image ist die Berliner Veranstaltungs- und Kongresswirtschaft. 2025 stieg die Zahl der Veranstaltungen um 5,6 Prozent, die Zahl der Teilnehmer:innen sogar um 26,8 Prozent. Der ESMO Congress, die weltweit führende Onkologie-Veranstaltung, zählte mit über 37.000 Teilnehmenden zu den größten Kongressen, die je in der Hauptstadt stattfanden. Internationale Sichtbarkeit erzeugten zudem Großevents wie die Berlin Freedom Week, das Publikumsevent „49h ICC“ und der Jahreswechsel am Brandenburger Tor.
Auch 2026 stehen zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen an, darunter der World Health Summit. Hinzu kommen internationale Leitmessen wie ILA und InnoTrans sowie Technologie- und Wirtschaftsformate wie IFA Berlin, SuperReturn International, WeAreDevelopers WorldCongress, GITEX Europe und re:publica.
visitBerlin entwickelt Tourismus zukunftsorientiert weiter
„Wir stärken Berlins Visitor Economy strategisch, zukunftsfähig und digital“, sagte Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin. „Mit Events, Angeboten in den Kiezen und datenbasierten Lösungen gestalten wir Tourismus gemeinsam so, dass er Gästen wie Berlinerinnen und Berlinern gleichermaßen zugutekommt.“
Mit dem „Berlin Paper“ und dem neu gegründeten Berlin Event Board als Initiative für mehr Großveranstaltungen baut Berlin die Position als zukunftsfähiger Eventstandort aus. Mit BerlinPay entsteht zudem eine eigene Adaption des Kopenhagener Modells CopenPay, bei dem Reisende für umweltfreundliches Verhalten belohnt werden. Eine Kiez-Kampagne macht 2026 erneut lokale Highlights sichtbar, um Besucherströme besser zu verteilen.
Ausblick 2026: Vielfalt, Kultur, neue Hotels und internationale Strahlkraft
Mit einem starken Messe- und Kongressjahr, internationalen Kulturhighlights und Großevents blickt Berlin optimistisch auf das Jahr 2026.
Die Zukunftsorientierung spiegelt sich auch in Berlins Hotellandschaft wider: Neben Neubauten prägen 2026 vor allem umfassende Modernisierungen großer Häuser wie Marriott, Hilton, Bristol und Esplanade das Bild. Zugleich setzen aktuelle Neueröffnungen wie das The Dean und das Me and All Hotel Berlin East Side by Hyatt deutliche Impulse für Berlins Hotellerie. Weitere Akzente liefern Zukunftsprojekte wie der Estrel Tower, künftig Deutschlands höchstes Hotel, das Ocean Berlin mit Hotel, nachhaltige Revitalisierungen wie das Clayton Hotel Tiergarten sowie das für 2027 geplante Four-Seasons-Comeback im Hotel de Rome. (evo)