Stromnetz Berlin investiert in mehr Sicherheit
Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin beabsichtigt, im laufenden Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in die Sicherheit seiner Anlagen zu investieren. Eine vollständige Sicherheit sei laut dem Unternehmen dennoch nicht gewährleistet.
Rund 130 Sicherheitskräfte seien inzwischen für den Schutz wichtiger Anlagen im Einsatz sowie die Installation von mehr als 200 Kameras. Zudem wurden etwa 20 Kilometer verstärkte Zaunanlagen beschafft, deren Aufbau bis Juni abgeschlossen sein soll. Weitere Maßnahmen sind im Laufe des Jahres vorgesehen. Trotzdem kann man laut Geschäftsführer Erik Lande keine 100-prozentige Sicherheit garantieren: „Dennoch tun wir das technisch und Menschenmögliche, um unsere Einrichtungen und das Berliner Stromnetz wirkungsvoll zu schützen.“
Hintergrund der verstärkten Sicherheitsvorkehrungen sind unter anderem mehrtägige Stromausfälle im September und Januar, die mutmaßlich auf politisch motivierte Brandanschläge zurückzuführen waren. Betroffen waren jeweils Zehntausende Haushalte sowie zahlreiche Gewerbebetriebe. Severin Fischer, Aufsichtsratsvorsitzender bei Stromnetz Berlin, betont die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur als ein gemeinsames Ziel von Senat und Landesunternehmen: „Das gilt insbesondere für die Betreiber kritischer Infrastruktur wie Stromnetz Berlin.“
Neben der Erhöhung der Sicherheit plant das Unternehmen in den kommenden Jahren eine deutliche Erweiterung der Netzkapazitäten. Gründe dafür sind unter anderem der steigende Bedarf durch neue Rechenzentren, die Dekarbonisierung der Industrie, den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen sowie die Entwicklung neuer Stadtquartiere.
Für das laufende Jahr sind Investitionen in Höhe von 597 Millionen Euro vorgesehen. Diese sollen in den Erhalt und Ausbau des Netzes, die Digitalisierung sowie die Erhöhung der Resilienz der Strominfrastruktur fließen. In den kommenden fünf Jahren rechnet das Unternehmen insgesamt mit Investitionen von deutlich mehr als 3,6 Milliarden Euro. (red)