Peter Leibinger – Verantwortung für die nächste Generation
Von Frank Schmeichel, Verleger BERLINboxx
In Zeiten großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche sind Persönlichkeiten gefragt, die Orientierung geben. Menschen, die über den Tag hinausdenken, die Verantwortung übernehmen und Zuversicht vermitteln, ohne die Herausforderungen der Gegenwart zu verkennen. Peter Leibinger gehört zu diesen Persönlichkeiten.
Als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) steht er an der Spitze der deutschen Industrie. Doch wer ihn erlebt, erkennt schnell, dass seine Bedeutung weit über die Rolle eines Verbandspräsidenten hinausgeht. Peter Leibinger ist Unternehmer, Technologe, Familienvater, Brückenbauer und überzeugter Europäer. Er verkörpert eine Form von Führung, die wirtschaftliche Vernunft mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.
Dies wurde auf dem Tag der Industrie 2026 in Berlin einmal mehr deutlich. In seiner programmatischen Rede zeichnete Leibinger das Bild eines Landes, das vor gewaltigen Herausforderungen steht, dessen Zukunft aber keineswegs vorbestimmt ist. Er sprach über Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Investitionen, Bürokratieabbau und die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen. Doch seine Botschaft erschöpfte sich nicht in Forderungen an Politik und Gesellschaft.
Vielmehr war es ein leidenschaftliches Plädoyer für Vertrauen in die eigenen Stärken. Für den Mut, Veränderungen anzunehmen. Für den Glauben daran, dass Deutschland über alle Voraussetzungen verfügt, um auch künftig zu den führenden Wirtschafts- und Innovationsnationen der Welt zu gehören. Es war die Rede eines Optimisten – allerdings eines Optimisten mit Realitätssinn.
Peter Leibinger gehört nicht zu jenen Stimmen, die Probleme kleinreden. Im Gegenteil. Seine Analysen sind präzise, seine Worte klar und seine Erwartungen an Politik und Wirtschaft anspruchsvoll. Gleichzeitig verliert er niemals den Blick für das große Ganze. Gerade das unterscheidet ihn von vielen Interessenvertretern unserer Zeit.
Wer ihm zuhört, begegnet keinem Lobbyisten im klassischen Sinne. Man begegnet einem reflektierten Denker, der die Rolle der Industrie als Teil eines größeren gesellschaftlichen Zusammenhangs versteht. Seine Perspektive endet nicht an den Werkstoren der Unternehmen. Sie umfasst Bildung, Wissenschaft, Innovation, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Dabei fällt immer wieder auf, wie häufig Leibinger über Verantwortung spricht. Nicht als abstrakten Begriff, sondern als konkrete Verpflichtung gegenüber den Menschen und insbesondere gegenüber den kommenden Generationen. Immer wieder verweist er auf die Verantwortung für Kinder und Kindeskinder. Auf die Aufgabe, die wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Grundlagen unseres Wohlstands nicht nur zu bewahren, sondern weiterzuentwickeln. Für ihn ist Nachhaltigkeit nicht allein eine ökologische Frage. Sie ist eine Frage der Generationengerechtigkeit. Diese Haltung entspringt keiner politischen Mode. Sie ist Ausdruck eines tief verankerten Werteverständnisses.
Als verheirateter Vater von vier Kindern weiß Peter Leibinger um die Verantwortung, die jede Generation für die nächste trägt. Sein Denken orientiert sich nicht an Quartalen oder Wahlperioden. Es orientiert sich an der Frage, welche Entscheidungen heute getroffen werden müssen, damit Deutschland auch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren ein Land der Chancen, der Innovation und des Wohlstands bleibt. Diese generationenübergreifende Perspektive prägt sein gesamtes Wirken.
Sie ist zugleich Ausdruck einer Unternehmertradition, die in seiner Familie seit Jahrzehnten gelebt wird. Der Name Leibinger steht wie kaum ein anderer für die Erfolgsgeschichte des deutschen industriellen Mittelstands. Gemeinsam mit seiner Schwester Nicola Leibinger-Kammüller hat Peter Leibinger die Entwicklung von TRUMPF begleitet und geprägt. Das Unternehmen aus Ditzingen zählt heute zu den weltweit führenden Hochtechnologieunternehmen in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und industrielle Fertigungstechnologien.
TRUMPF ist dabei weit mehr als ein wirtschaftlicher Erfolg. Das Unternehmen steht beispielhaft für die Innovationskraft, die Weltoffenheit und die langfristige Orientierung familiengeführter Unternehmen in Deutschland.
Die Familie Leibinger hat jedoch nicht nur die industrielle Entwicklung Deutschlands mitgestaltet. Zu ihrem Umfeld gehören auch herausragende Persönlichkeiten aus Kultur und Architektur. Peter Leibingers Schwester Regine Leibinger genießt als international renommierte Architektin und Mitgründerin des weltweit anerkannten Architekturbüros Barkow Leibinger höchste Anerkennung. Ihre Arbeiten finden sich auf mehreren Kontinenten und stehen für eine Architektur, die Funktionalität, Ästhetik und Zukunftsdenken verbindet.
Vielleicht erklärt gerade dieses familiäre Umfeld die besondere Perspektive Peter Leibingers. Er denkt nicht in isolierten Kategorien. Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Architektur, Bildung und Kultur sind für ihn keine getrennten Welten, sondern Bestandteile einer gemeinsamen gesellschaftlichen Entwicklung. Diese Offenheit prägt auch seinen Führungsstil.
Leibinger sucht den Dialog statt der Konfrontation. Er argumentiert sachlich statt ideologisch. Er fordert Veränderungen, ohne zu polarisieren. Und er verbindet wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Verantwortung. Gerade in einer Zeit, in der öffentliche Debatten häufig von Zuspitzung und Polarisierung geprägt sind, wirkt diese Haltung bemerkenswert. Sie verleiht seinen Worten Glaubwürdigkeit und seiner Führung eine Tiefe, die weit über tagespolitische Diskussionen hinausreicht.
So steht Peter Leibinger heute nicht nur für die Interessen der deutschen Industrie. Er steht für eine Haltung. Für die Überzeugung, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung keine Gegensätze sind. Für die Idee, dass Wohlstand nur dann dauerhaft gesichert werden kann, wenn Innovation, Bildung, Nachhaltigkeit und Zusammenhalt gemeinsam gedacht werden. Seine Rede auf dem Tag der Industrie 2026 war deshalb weit mehr als eine wirtschaftspolitische Standortbestimmung. Sie war ein Aufruf zu Zuversicht, Mut und gemeinsamer Verantwortung.
Deutschland braucht Persönlichkeiten, die Orientierung geben, ohne einfache Antworten zu versprechen. Persönlichkeiten, die die Herausforderungen der Gegenwart erkennen und dennoch an die Zukunft glauben. Persönlichkeiten, die in Generationen statt in Legislaturperioden denken. Peter Leibinger gehört zu diesen Persönlichkeiten.
Er repräsentiert nicht nur die deutsche Industrie. Er repräsentiert die Überzeugung, dass Fortschritt entsteht, wenn Verantwortung, Innovationskraft und Vertrauen in die Zukunft zusammenkommen. Gerade deshalb reicht seine Bedeutung weit über das Amt des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie hinaus.