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Pankow – Baumassenstudie für Güterbahnhof Greifswalder Straße vorgestellt
Stadtplaner Prof. Dorgan Yurdakul stellt die Baumassenstudie vor. Im Podium: Daniel Hauer, Ausschussleitung; Cornelius Bechtler, Stadtrat; Klaus Risken, Leiter Stadtentwicklungsamt | Bild: BERLINboxx

Pankow – Baumassenstudie für Güterbahnhof Greifswalder Straße vorgestellt

12. Februar 2026

410 Wohnungen, Schule und Gemeinschaftsflächen bilden lebendiges Quartier

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bebauungspläne und Genehmigungen des Bezirks Pankow diskutierte gestern die Baumassenstudie für das Quartier auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße. In unmittelbarer Nachbarschaft zum S-Bahnhof Greifswalder Straße sollen 410 Wohnungen, eine Schule sowie Infrastruktur und Nahversorgungsangebote entstehen. Der geförderte Wohnanteil soll 30 Prozent betragen, was ausdrücklich begrüßt wird. Daneben entstehen ein Grünzug im Biotopverbund und eine Fahrradtrasse. Die ehemaligen Gleisflächen des Güterbahnhofs im Ortsteil Prenzlauer Berg sind heute überwiegend zurückgebaut. Südwestlich angrenzend an das Plangebiet befindet sich das städtebauliche Ensemble Ernst-Thälmann-Park.

Cornelius Bechtler, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, betonte die seit Mai 2025 anhaltende konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorhabenträger, dem Projektentwickler Christian Gérôme, und hob die gute Abstimmung mit dem Senat von Berlin hervor:

„Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen begrüßt die Studie“. Bechtler sieht Möglichkeiten, den Bau-Turbo zu nutzen, alternativ zu einem deutlich zeitaufwändigeren B-Plan-Verfahren. Damit scheint nach vielen kontroversen Diskussionen in den vergangenen zehn Jahren ein breit getragener Konsens für die Quartiersentwicklung vorhanden zu sein.

Der vom Projektentwickler Christian Gérôme beauftragte Stadtplaner Prof. Dipl.Ing. Dorgan Yurdakul von der GfP Gesellschaft für Planung mbH hatte in enger Abstimmung mit Bezirk, Senat und Vorhabenträger die Baumassenstudie entwickelt und stellte diese den Ausschussmitgliedern vor. Demnach ist geplant, das bisher weitestgehend brachliegende Grundstück zu einem modernen, gemischt genutzten Areal mit bis zu 410 Wohnungen weiterzuentwickeln. Die aus der Zeit als Güterbahnhof erhaltenen Gebäude sollen in das Umnutzungskonzept weitestgehend einbezogen werden. Dies gilt insbesondere für den bereits als Event- und Veranstaltungshalle genutzten Kulturbahnhof von 1870.

An der Greifswalder Straße ist ein ca. 60 Meter hoher Wohnturm vorgesehen. Dieser wird als neue architektonische Landmarke im Stadtraum weithin sichtbar sein. Ein achtgeschossiger Baukörper ergänzt das Wohnensemble. Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrende im Bestand macht das Hochhaus zum neuen Entrée des für die Öffentlichkeit zukünftig geöffneten Areals. Neben kleinflächigem Einzelhandel im Erdgeschoss sind gewerbliche Nutzungen im mittleren Teil und Wohnen im oberen Teil geplant. Publikumswirksame Nutzungen ergänzen das kulturelle Angebot der Event- und Veranstaltungshalle und bespielen die gemeinsame, neu zu schaffende Platzfläche im Zentrum des neuen Stadtquartiers.

Das Baumassenmodell | Bild: GfP

Westlich der Halle und des Quartierplatzes soll ein Wohn-Gebäudekomplex aus mehreren zusammenhängenden Einzelgebäuden mit acht Geschossen entstehen. Das Ensemble wird der Grundstücksform folgend parallel zum S-Bahn-Ring errichtet und ermöglicht so auf der Südseite eine vom Schall abgewandte ruhige Gartenfront. Von den Baumaßnahmen werden auch die Bestandsbebauung am Ernst-Thälmann-Park sowie die vom Bezirk Pankow geplante neue Schule profitieren. Neben frei finanziertem Wohnraum sind sozial gebundene Wohnungen geplant, die voraussichtlich von einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft übernommen werden, wie Christian Gérôme der BERLINBoxx am Rande der Sitzung mitteilte.

In der Fragerunde mit Bürgern meldete sich der gemeinnützige Skatepark Greifswalder DIY e. V., der seit einigen Jahren ehrenamtliche Arbeit mit Jugendlichen leistet, zu Wort und lobte den Vorhabenträger für die Unterstützung in der Vergangenheit. Er äußerte zugleich seine Bitte, in Zukunft die Arbeit auf dem Areal fortsetzen zu können. Auch hier wurde ein positives Signal gesendet.

Nach einer überaus konstruktiven Diskussion mit den Ausschussmitgliedern und Bürgern betonte Klaus Risken, Leiter des Stadtentwicklungsamts Pankow, dass alle weiteren Entwicklungsschritte in den nun folgenden Abstimmungen diskutiert werden. Die Baumassenstudie sei nur ein erster Schritt, dem mit einem geplanten – und vom Vorhabenträger finanzierten – Architekturwettbewerb weitere Konkretisierung folgen werde. Dazu gehören Schulplanung, Stellplatzschlüssel, Wegeführung, Außenplanung, Tiefgarage oder auch die Verlegung der vorhandenen Fernwärmeleitung.

Zur Zeitschiene zeigte sich Stadtrat Bechtler optimistisch. Wenn vor Weihnachten das Wettbewerbsverfahren abgeschlossen wäre, sei man viel schneller als mit einem Bebauungsverfahren. Für das Wettbewerbsverfahren will Christian Gérôme in Abstimmung mit Bezirk und Senat erfahrene und renommierte Architekturbüros einladen. Gérôme betonte: „Wir wollen etwas Besonderes an diesem Ort schaffen, ein lebendiges Quartier und eine Architektur, die zu einem Highlight für Pankow werden kann und über Pankow hinaus ein stolzes Wahrzeichen wird“.

Diese Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses in Pankow, souverän geleitet von Daniel Hauer, setzte ein deutliches Zeichen: Gemeinsam können wichtige städtebaupolitische Ziele wie Wohnungsneubau und Schulbau erreicht werden, wenn Pragmatismus vor Ideologie steht. Und: Pankow könnte ein erstes erfolgreiches Beispiel für die Anwendung des Bau-Turbos werden. (fs)