Öl-Versorgung für die Metropolregion womöglich gefährdet
Es könnte eine weitere Belastung für die deutsche Energieversorgung darstellen: Laut Insiderberichten plant Russland ab dem 1. Mai die Durchleitung von kasachischem Erdöl nach Deutschland auszusetzen. Betroffen wäre die Druschba-Pipeline, die eine zentrale Rolle für die Energieversorgung in Ostdeutschland spielt. Ein entsprechend angepasster Exportplan soll bereits an Deutschland und Kasachstan übermittelt worden sein.
Derzeit wird kasachisches Öl in großen Mengen über russisches Territorium nach Deutschland transportiert, insbesondere zur Raffinerie PCK in Schwedt im Nordosten Brandenburgs. Von dort aus erfolgt die Versorgung großer Teile der Region mit Benzin, Diesel und Heizöl. Im Jahr 2025 wurden über diese Route mehr als 2,1 Millionen Tonnen Öl geliefert, was einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach dem Wegfall russischer Lieferungen zählt Kasachstan zu den wichtigsten alternativen Bezugsquellen für Deutschland.
Offiziell äußert sich die russische Seite zurückhaltend: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, ihm lägen keine Informationen über einen möglichen Stopp vor und man werde den Sachverhalt prüfen. Das russische Energieministerium gab keine Stellungnahme ab. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit, da ein tatsächlicher Lieferstopp erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Energiestrategie haben könnte.
Der Betreiber der Raffinerie in Schwedt erwägt bereits andere Optionen. Ein Sprecher von Rosneft Deutschland erklärte: „Wir müssen prüfen, wie wir gegebenenfalls Ersatzlieferungen sicherstellen können, damit die PCK weiterhin voll produzieren kann. Es ist keine unlösbare Situation.“
Dennoch gilt: Ein längerfristiger Ausfall der Lieferungen hätte nicht nur regionale, sondern auch überregionale Folgen. Die Pipeline durch Russland ist bislang der wichtigste Transportweg für kasachisches Öl nach Deutschland. Sollte dieser wegfallen, dürfte die Versorgung aufwendiger und kostenintensiver werden. (red)