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Neue Fahrkartenterminals geplant
DIe BVG sorgt für Berlins Mobilität | © Sven Lambert, BVG

Neue Fahrkartenterminals geplant

16. Oktober 2026

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen den Fahrkartenverkauf schrittweise auf neue Terminals umstellen. Ab 2029 sollen rund 3.600 Geräte in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnhöfen installiert werden. Die Bezahlung soll dort ausschließlich kontaktlos per Bankkarte oder Smartphone möglich sein. Für den Austausch der bisherigen Automaten sind zwei Jahre vorgesehen. Spätestens 2031 sollen alle klassischen Ticketautomaten ersetzt sein.

Künftig keine Barzahlung mehr

Wer keine Bankkarte besitzt, soll Tickets mit einer BVG-Guthabenkarte kaufen können. Diese ist nach Angaben des Unternehmens an mehr als 900 Verkaufsstellen erhältlich. Bereits heute kaufe mehr als die Hälfte der Kundinnen und Kunden Einzelfahrscheine über die BVG-App. Auch an den Automaten werde zunehmend bargeldlos bezahlt: 2025 entfielen 76 Prozent der Einnahmen auf entsprechende Zahlungen.

Das Nutzerfeedback zählt mit

Die Fahrscheine sollen künftig digital in einer Cloud gespeichert und mit dem verwendeten Zahlungsmittel verknüpft werden. Ein Ausdruck ist nicht mehr vorgesehen. In den ersten Jahren müssen Fahrgäste weiterhin selbst ein Ticket auswählen. Später sollen die Geräte den passenden Tarif anhand des Fahrtziels ermitteln können. Vor der Ausschreibung will die BVG Prototypen verschiedenen Organisationen, darunter Senioren- und Behindertenverbänden, vorstellen. Deren Rückmeldungen sollen in die Planung der neuen Geräte einfließen.

Technisch bezeichnet die BVG die Terminals als „Validatoren“. Sie prüfen, ob bereits ein gültiger Fahrschein vorliegt oder ein Fahrpreis abgebucht werden muss. Wer spontan in eine Straßenbahn einsteigt, soll ab 2029 aus einem eingeschränkten Ticketangebot wählen und kontaktlos bezahlen können. Bei einer Kontrolle hält der Fahrgast die verwendete Bankkarte an das Kontrollgerät. Der Fahrschein wird anschließend aus der Cloud abgerufen und überprüft.

Alte Automaten werden abgebaut

Die bisherigen Fahrkartenautomaten sollen wegen ihres Alters und ihrer Wartungsanfälligkeit ausgemustert werden. Die Technik der rund 500 Automaten in Straßenbahnen sei nach BVG-Angaben 36 Jahre alt, die der großen gelben Geräte in U-Bahnstationen 25 Jahre. BVG-Vertriebsleiter Michael Beer verwies auf die geringe Zahl verkaufter Fahrkarten in Bussen und Straßenbahnen. Pro Bus seien es durchschnittlich drei Tickets täglich, pro Straßenbahn sechs. Zugleich nähmen die technischen Probleme der Automaten zu, ihre Wartung sei aufwendig.

„Jetzt ist für uns der Punkt einer Entweder-oder-Investitionsentscheidung“, sagt Beer, denn die BVG hat sich entschieden, nicht nur ihre Fahrzeuge, sondern auch den Vertrieb zu modernisieren. Zudem müssten ab 2030 alle Anlagen gesetzlich vorgeschriebene Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllen. „Das schaffen die alten Automaten nicht mehr. Wir mussten also ran“, so Beer. (red)