Mittelstand: Brandbrief an den Bundesfinanzminister
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und der Bund der Steuerzahler (BdSt) haben Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in einem gemeinsamen Schreiben auf Probleme bei der aktuellen steuerlichen Bewertung nicht börsennotierter Unternehmen hingewiesen. Kritisiert wird das vereinfachte Ertragswertverfahren, das individuelle Risiken unzureichend berücksichtigt und zu überhöhten Bewertungen führt. Dies gefährdet Investitionen, Unternehmensnachfolgen und Arbeitsplätze im Mittelstand.
Anlass für den Brandbrief ist die aus Sicht der Verbände realitätsferne steuerliche Bewertung nicht börsennotierter Unternehmen, die Unternehmensnachfolgen massiv erschwert und Arbeitsplätze im Mittelstand gefährdet. Nach aktueller Praxis werden Unternehmen häufig über das vereinfachte Ertragswertverfahren bewertet. Dieses pauschale Verfahren berücksichtigt individuelle Risiken – wie Kundenabhängigkeiten, Marktschwankungen oder branchenspezifische Unsicherheiten – kaum. Die Folge sind überhöhte Steuerwerte, die potenzielle Nachfolger abschrecken und Investitionen blockieren.
Gemeinsam fordern BVMW und BdSt eine kurzfristige Überprüfung der Bewertungspraktiken, realistische Leitlinien für Unternehmensbewertungen sowie mehr Fairness und Transparenz bei der Erbschaft- und Unternehmensbesteuerung. Denn klar ist: Ohne realistische Bewertungen und verlässliche steuerliche Rahmenbedingungen geraten Unternehmensnachfolgen ins Stocken – mit gravierenden Folgen für Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und die Zukunft des Mittelstands in Deutschland. (red)
Hier der Brief in voller Länge: Brandbrief BVMW & BdSt