Mehr Solarenergie wagen
Der Ausbau der Solarenergie in Berlin kommt zwar voran, liegt aber deutlich hinter den angestrebten Zielen. Nach Angaben des Senats sind inzwischen rund 69.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 583 Megawatt (MW) installiert worden. Rechnerisch könnten sie etwa 210.000 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen. Zu Beginn der Solarpflicht Anfang 2023 waren es rund 15.000 Anlagen mit einer Leistung von 194 MW.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bewertet die Entwicklung dennoch positiv und sieht die Solarpflicht als ein wichtiges Instrument, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Seit Januar 2023 müssen Eigentümerinnen und Eigentümer bei Neubauten und größeren Dachsanierungen grundsätzlich Solaranlagen installieren.
Bis 2035 soll ein Viertel der Berliner Stromerzeugung aus Solarenergie stammen. Derzeit liegt der Anteil bei 7,3 Prozent (nach 5,6 Prozent im Vorjahr). Damit bleibt Berlin noch deutlich hinter dem angestrebten Ziel zurück. Um dieses zu erreichen, müsste der Anteil in den kommenden neun Jahren jährlich um gut zwei Prozentpunkte steigen. Die Stadt sei auf einem guten Weg, meint Giffey, betont aber zugleich, dass der Ausbau kein Selbstläufer sei.
Neben der Solarpflicht setzt das Land auf Förderprogramme. Über das Programm „SolarPLUS“ unterstützt der Senat seit 2022 Photovoltaikprojekte und hat dafür bislang 53,1 Millionen Euro ausgegeben. Anfang dieses Jahres wurde die Förderung neu ausgerichtet, um insbesondere kleinere Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern leichter fördern zu können. Zudem setzt das Land nach den größeren Stromausfällen verstärkt auf Speichersysteme. Diese sollen dazu beitragen, die Stromversorgung unabhängiger von anderen Energiequellen zu machen. (red)