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Krisenvorsorge statt Krisenpanik
Vermögensschutz erfordert neues Denken | Grafik: Mirko Ziegner, BERLINboxx; Bild: kalhh, Pixabay; Hintergrund: Jolica, Canva

Krisenvorsorge statt Krisenpanik

23. Januar 2026

Jens Steinhagen über rationale Vermögensplanung

Wer vor Krisenzeiten klug plant, hat später einen Vorsprung. Jens Steinhagen erläutert, wie man mit kühlem Kopf Schutzmechanismen aufbaut, statt hektisch zu reagieren.

Die Zeiten sind angespannt. Bei all den geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen und Fehlentwicklungen kann uns keiner sagen, wo wir mit unserem „Schiff“ morgen landen oder stranden werden. Alles beruht auf Prognosen, die von neuem Wirtschaftswunder, über alles wird schon, ist ja bisher „allet jutjegange“, bis hin zu Worst-Case-Szenarien reichen. Ehrlich gesagt wissen wir nicht, was tatsächlich eintreten wird. Daher ist es heute wichtiger denn je, das eigene „Vermögensschiff“ unabhängig durch die raue See zu bringen. Es geht objektiv und mit etwas Abstand und Augenmaß betrachtet doch gar nicht darum, welche der drohenden Finanzkrisen, Kriege oder Inflationsstufen uns ereilen werden. Es geht nicht darum, wann und ob das Lastenausgleichsgesetz (LAG) in seiner überarbeiteten Form zum Einsatz kommt.

Nicht darum, wann das Sanierungs- und Abwicklungsgesetz für Finanzinstitute (SAG) angewendet wird und ob die Einführung des digitalen Euro am Ende der Anfang eines Bargeldverbots sein wird.

Es geht darum, dass sich Vermögensbesitzer Optionen schaffen. Wer nichts dem Zufall überlässt und strategisch vorsorgt, hat sein Kapital bereits in Sicherheit gebracht, bevor die Systeme Handlungsfähigkeiten einschränken oder völlig begrenzen.

Jens Steinhagen, ist der Gründer von Steinhagen Consulting, einer der Pioniere im Thema Rücklagen- und Vermögenschutz in Deutschland und hat einen enormen Erfahrungsschatz durch hunderte Beratungen bei wohlhabenden und reichen Menschen. Er sagt, echte Sicherheit entstehe nicht durch Hoffnung und Vertrauen, sondern durch überlegte und strategische Vorbereitung. Seit über 10 Jahren ist er ausschließlich als „Sicherheitsexperte für Vermögensschutz“ unterwegs. Für seine Mandanten strukturiert er einen klar definierten Teil der Vermögenswerte so, dass dieser Teil selbst in den schwierigsten Ausnahmesituationen verfügbar, mobil und unabhängig nutzbar bleibt.

Wir haben ihn gefragt, er hat geantwortet.

Krisenvorsorge statt Krisenpanik: Warum Vermögensschutz ein neues Denken erfordert

Ein Plädoyer für Besonnenheit, strategische Analyse und echte Souveränität in Zeiten des Umbruchs.

In den Schlagzeilen überschlagen sich die Ereignisse. Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten, enorme Inflationstendenzen und eine hochvolatile Geldpolitik dominieren den Diskurs. Es ist menschlich, dass in einem solchen Umfeld das Gefühl der Unsicherheit wächst. Doch genau hier liegt die erste und wichtigste Weichenstellung für jeden, der Verantwortung für sein Vermögen trägt: Lassen wir uns von der kollektiven Unruhe anstecken und verfallen in blinden Aktionismus? Oder treten wir einen Schritt zurück, atmen durch und analysieren die Lage mit der Kühle eines Strategen?

Krisenvorsorge hat nichts mit Panik zu tun. Im Gegenteil: Wahre Vorsorge ist das effektivste Mittel gegen Panik. Wer vorbereitet ist, muss nicht hektisch reagieren. Dieser Artikel soll einen Weg aufzeigen, wie Sie vom reaktiven Modus in den aktiven Gestaltungsmodus wechseln – weg von der reinen Vermögensvermehrung, hin zum strategischen Vermögensschutz.

1. Die Lageanalyse: Realität statt Emotion

Bevor wir über Lösungen sprechen, müssen wir den Status quo ungeschminkt betrachten. Wir – und damit meine ich die Generationen, die in den letzten 70 Jahren in Mitteleuropa leben durften – befinden uns in einer historischen Ausnahmesituation. Wir müssen zutiefst dankbar sein, dass wir ein ganzes Leben ohne Krieg auf eigenem Boden, ohne Währungsreformen und ohne existenzbedrohende Systemkrisen verbringen durften. Dieser Frieden und dieser Wohlstand sind ein Geschenk.

Doch dieses Geschenk hat eine gefährliche Nebenwirkung: Es hat uns in falscher Sicherheit gewogen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Kurven immer nur nach oben zeigen und Krisen nur kurze Dellen im Chart sind.

Die Zeiten haben sich geändert. Die Voraussetzungen sind heute fundamental anders als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Die Wahrscheinlichkeit einer großen, bereinigenden Krise ist signifikant gestiegen. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern eine nüchterne Betrachtung der makroökonomischen Daten: Überschuldung der Staaten, demographischer Wandel und geopolitische Blockbildung.

Doch es gibt noch einen zweiten Faktor, der oft übersehen wird: Die Wahrscheinlichkeit, dass Staaten und überstaatliche Organisationen (wie die EU) versuchen werden, diese Bereinigungen zu steuern, zu verhindern oder auf die Vermögenden umzulegen, ist noch drastischer gewachsen. Krisen sind immer auch Bereinigungen – und die Geschichte lehrt uns, dass die Rechnung am Ende oft den privaten Vermögenden präsentiert wird.

Beispiele der staatlichen „Vorbereitung“

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu sehen, dass die Administrationen sich vorbereiten. Zwei Beispiele, die fast täglich in den Konferenzen und Papieren der EU auf der Tagesordnung stehen, verdeutlichen dies:

  1. Das EU-Vermögensregister: Es gibt konkrete Machbarkeitsstudien und Bestrebungen der EU-Kommission, ein umfassendes Vermögensregister einzuführen. Offiziell unter dem Deckmantel der Geldwäschebekämpfung (AML-Paket) würde dies bedeuten, dass jede Art von Vermögen – von Immobilien über Kunst bis hin zu Kryptowerten – zentral erfasst und dem Bürger zugeordnet wird. Wissen ist Macht; wer weiß, wo das Vermögen liegt, kann im Krisenfall (z. B. durch Lastenausgleich) darauf zugreifen.
  2. Der Digitale Euro (CBDC): Die Einführung von Zentralbank-Digitalwährungen wird massiv vorangetrieben. Anders als Bargeld oder heutiges Buchgeld ist ein CBDC programmierbar. Das bedeutet, die Verfügbarkeit könnte technisch eingeschränkt werden (z. B. Auszahlungslimits, Verfallsdaten für Konsumstimulierung oder Zweckbindung).

Diese Eingriffe könnten zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit Ihrer Vermögenswerte führen. Verluste sind dabei nicht nur möglich, sondern in gewissen Szenarien fast schon systemisch einzukalkulieren. Wir wissen nicht, ob diese Maßnahmen in voller Härte greifen und wie tiefgreifend sie sein werden. Aber wir wissen, dass die Werkzeuge dafür geschmiedet werden.

2. Der Trugschluss des erfolgreichen Unternehmers

Hier begegnen wir dem größten Risiko für vermögende Menschen: Dem „Accumulation Fallacy“ (dem Trugschluss des Aufbaus). Viele Menschen, die sich in den letzten Jahrzehnten ein beachtliches Vermögen erarbeitet haben, glauben, dass die Strategien, die sie reich gemacht haben, auch die richtigen sind, um reich zu bleiben.

Das ist ein fataler Irrtum. Vermögensaufbau und Vermögensschutz sind zwei völlig unterschiedliche Disziplinen.

  • Vermögensaufbau (Offense): Erfordert Risikobereitschaft, Optimismus, Fokus auf Rendite, Hebelwirkung (Leverage) und oft eine enge Bindung an das bestehende Finanzsystem.
  • Vermögensschutz (Defense): Erfordert Skepsis, Risikominimierung, Fokus auf Erhalt und Verfügbarkeit, Unabhängigkeit von Dritten und oft eine Entkopplung vom klassischen Bankensystem.

Wer versucht, mit den Werkzeugen des Aufbaus sein Vermögen zu schützen, wird scheitern. Es erfordert einen radikalen Perspektivwechsel.

Das Experten-Dilemma

Idealerweise holt man sich für diesen Perspektivwechsel einen Berater des Vertrauens. Doch hier wird die Luft dünn. Ich selbst habe fast ein Jahrzehnt damit verbracht, klassische Vermögensaufbau-Berater zu echten Experten für Vermögensschutz umzuschulen und zu zertifizieren. Das ernüchternde Ergebnis meiner Erfahrung: Die Anzahl der Berater in Deutschland, die eine exzellente Expertise ausschließlich im Bereich Vermögensschutz besitzen und die nötige mentale Flexibilität mitbringen, liegt meiner Schätzung nach bei unter 100.

Die meisten Berater sind Verkäufer von Produkten, die auf Schönwetter-Perioden ausgelegt sind. Echte Schutz-Strategen sind rar.

3. Der erste Schritt: Analyse und der RüVER-Stresstest@

Bevor Sie auch nur einen Euro bewegen, müssen Sie wissen, wo Sie stehen. Hektische Entscheidungen – etwa das impulsive Kaufen von Gold oder das panische Abstoßen von Aktien – sind meist teure Fehler, wenn sie nicht in ein Gesamtkonzept eingebettet sind.

Es geht darum, zunächst ein Update Ihrer Finanzen und Vermögenswerte zu erstellen. Aber nicht mit der Brille der Steuererklärung, sondern mit der Brille der Krisen-Resilienz.

  • Welche Vermögenswerte sind von staatlichen Zugriffen bedroht?
  • Wo bestehen Klumpenrisiken in der Verfügbarkeit?
  • Welche Werte sind „Papierversprechen“ und welche sind echtes Eigentum?

Hierfür empfehle ich dringend eine professionelle Überprüfung. Um diesen Prozess präzise, schnell und kosteneffizient zu gestalten, habe ich den RüVER-Stresstest@ mitentwickelt und an den Markt gebracht.

Meines Wissens nach ist dies die derzeit einzige Methode in Deutschland in dieser Form. Der Test simuliert verschiedene Krisenszenarien und zeigt schonungslos auf, wie sich staatliche Eingriffe (z. B. Lastenausgleich, Hypothekenzwang, Inflation, Währungsreform) auf Ihre spezifische Vermögensstruktur auswirken würden. Er identifiziert die „Einfallstore“ in Ihr Vermögen.

Erst wenn diese Diagnose vorliegt, können wir therapieren.

4. Der Notfallplan: Den „Notgroschen“ immunisieren

Nach der Analyse folgt die erste Handlung. Wir beginnen nicht mit der komplexen Umstrukturierung von Millionenwerten, sondern mit der Basis: Dem „Notgroschen“.

In Zeiten, in denen Banken schließen könnten („Bank Run“), Geldautomaten limitiert werden oder Konten eingefroren werden könnten, muss ein Teil Ihres Vermögens absolut liquide und dem Zugriff Dritter entzogen sein. Es geht darum, diesen Teil so sicher zu machen, dass schnelle und einfache Zugriffe – sei es durch Cyberkriminalität, Bankenpleiten oder staatliche Verordnungen – unmöglich sind. Dieser „Panzer“ für Ihre Liquidität ist das Fundament, auf dem Ihre Handlungsfähigkeit ruht.

5. Strategischer Vermögensschutz: Das große Bild

Erst wenn der Notgroschen gesichert ist, denken wir über die Neustrukturierung des Gesamtvermögens nach. Hier ist der Punkt erreicht, an dem Sie zwingend einen spezialisierten Berater hinzuziehen sollten.

Warnung vor Interessenkonflikten Achten Sie bei der Wahl Ihres Beraters penibel auf Interessenkonflikte. Ein Berater, der Ihnen Bankprodukte, Versicherungen oder klassische Fonds anbietet, ist für den strikten Vermögensschutz oft ungeeignet. Warum?

  • Provisionen: Diese Produkte beinhalten Abschluss- und Folgeprovisionen (Kickbacks/Fees). Der Berater verdient daran, dass Sie im System bleiben.
  • Forderungen vs. Eigentum: Bank- und Versicherungsprodukte sind rechtlich gesehen meist Forderungen gegen ein Institut. Geht das Institut pleite, ist Ihre Forderung gefährdet.
  • Systemrisiko: Systemisch ausgelagerte Eigentumsprodukte (z. B. physische Edelmetalle im Zollfreilager, direktes Eigentum an strategischen Rohstoffen, bestimmte Immobilienkonstrukte im Ausland) bieten keine laufenden "Fonds-Fees". Dadurch geraten sie im klassischen Bankvertrieb naturgemäß in den Hintergrund, obwohl sie für den Schutz essenziell sind.

Ein Konzept mit Interessenkonflikten wird immer „Einfalllücken“ haben. Das darf für den Sicherheits-Teil Ihres Vermögens nicht passieren.

6. Das Ziel: Souveränität und Optionen

Machen wir uns nichts vor: Es ist unmöglich, alles zu 100 % abzusichern. Wer das verspricht, ist unseriös. Es geht nicht um absolute Unverwundbarkeit. Es geht um Handlungsfähigkeit (Souveränität).

Das Ziel eines strategischen Vermögensschutz-Konzeptes ist es, sicherzustellen, dass Sie in allen Situationen, die eintreten können, Optionen haben.

  • Wenn der Euro abwertet, haben Sie Werte in anderen Klassen.
  • Wenn Konten gesperrt sind, haben Sie Zugriff auf liquide Mittel außerhalb des Bankensystems.
  • Wenn Zwangshypotheken kommen, haben Sie Werte, die nicht im Grundbuch stehen.

Dieser geschützte Teil des Vermögens muss in einen Zustand versetzt werden, dass er auch dann funktioniert, wenn andere Vermögenswerte (Aktien, Bankguthaben, Immobilien) es temporär oder dauerhaft nicht mehr tun. Er ist Ihre Lebensversicherung gegen den „Worst Case“.

Fazit

Die Wahrscheinlichkeit für Turbulenzen ist hoch. Doch noch haben wir Zeit. Nutzen Sie diese Zeit nicht für Panik, sondern für die Schaffung von Optionen. Suchen Sie sich einen der wenigen echten Experten, machen Sie den RüVER®-Stresstest und bauen Sie Ihre persönliche finanzielle Festung. Nicht, weil wir den Untergang erwarten, sondern damit wir dem Wandel gelassen entgegensehen wollen und dann auch können – egal, was er bringt.