ILA 2026: Industriepolitik am Flughafen BER
Euromovement positioniert GRAL im politischen Umfeld der Luft- und Raumfahrtmesse
Die ILA Berlin 2026 ist in diesem Jahr nicht nur eine Leistungsschau der Luft- und Raumfahrtindustrie. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheit, wachsender Verteidigungsanforderungen, hoher Standortkosten und der Debatte über klimafreundliche Luftfahrt wird die Messe am Flughafen BER zu einem industriepolitischen Gradmesser. Mitten in diesem Umfeld nutzte die Euromovement Energiepark GmbH die ILA, um das Green Areal Lausitz (GRAL) als industriellen Transformationsstandort in Brandenburg weiter sichtbar zu machen.
Für Jochem Schöppler, Geschäftsführer der Euromovement Energiepark GmbH, und Mirco Nauheimer, Projektmanager Green Areal Lausitz (GRAL), stand auf der ILA Berlin 2026 die Frage im Mittelpunkt, welche Standorte Deutschland künftig braucht, um industrielle Wertschöpfung, Energieinfrastruktur, Wasserstoffwirtschaft und klimaneutrale Produktion zusammenzuführen.
GRAL als Standort an der Schnittstelle von Energie und Industrie
Denn GRAL steht genau an dieser Schnittstelle. Das Green Areal Lausitz wird auf rund 206 Hektar zusammenhängender Fläche als Industrie- und Energieareal im Lausitzer Strukturwandel entwickelt. Der Standort verfügt über gesichertes Planungsrecht, großflächige Industrieflächen, eine starke energiewirtschaftliche Ausgangslage und die Perspektive einer multimodalen Anbindung. Damit adressiert GRAL zentrale Themen, die auch auf der ILA 2026 den politischen und wirtschaftlichen Diskurs prägen: Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Dekarbonisierung und industrielle Resilienz.
Austausch mit Politik und Transformationsnetzwerken
Auf dem Länderempfang Berlin-Brandenburg kam Euromovement unter anderem mit Martina Klement, Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg, sowie Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, ins Gespräch. Auch der Austausch mit Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, sowie mit Jens Krause, Sprecher des Wasserstoffnetzwerks Lausitz DurcH2atmen und Generalmanager des Wirtschaftsverkehrsnetzwerks Lausitz, verdeutlichte die enge Verbindung von Industrieansiedlung, Energieinfrastruktur, Wasserstoffwirtschaft und regionaler Transformation.
Pioneering Aerospace: Luftfahrt zwischen Wachstum, Sicherheit und Klimaschutz
Die ILA Berlin 2026 steht unter dem Motto „Pioneering Aerospace“. Erwartet werden rund 100.000 Teilnehmende, mehr als 750 Aussteller aus 37 Ländern sowie rund 330 Delegationen aus mehr als 60 Ländern. Eröffnet wurde die Messe durch Bundeskanzler Friedrich Merz. Im Fokus stehen Aviation, Space und Defence und damit zentrale Zukunftsfelder für technologische Souveränität, Sicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Neben Merz besuchten auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sowie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Messe. Ihre Präsenz verdeutlichte die hohe politische Bedeutung der Luft- und Raumfahrtbranche für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Hauptstadtregion.
Gleichzeitig wird auf der ILA über die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung diskutiert. Die Bundesregierung will Deutschland gemeinsam mit europäischen Partnern als führende Luftfahrtnation stärken. Neben Wettbewerbsfähigkeit und Standortkosten geht es dabei auch um die Verringerung von CO₂-Emissionen, stabile Lieferketten, sichere Flughäfen und die Rolle der Luftfahrtindustrie für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr. Wirtschaftsverbände fordern konkrete Entlastungen und weniger Bürokratie, Umwelt- und Verkehrsverbände kritisieren die Strategie hingegen als nicht ausreichend ambitioniert, insbesondere mit Blick auf klimafreundliche synthetische Kraftstoffe und das Ziel eines klimaneutralen Luftverkehrs bis spätestens 2050.
Standortfrage der neuen Industriepolitik
Gerade diese Spannungsfelder machen die ILA für Euromovement und GRAL relevant. „Die Transformation der Luftfahrt wird nicht allein in Flugzeughallen entschieden, sondern auch an Industriestandorten, an denen Energie, Infrastruktur, Forschung und Produktion zusammenkommen. Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe, erneuerbare Energien, sichere Lieferketten und industrielle Skalierung benötigen Flächen, Netze und belastbare politische Rahmenbedingungen“, sagt Jochem Schöppler von Euromovement.
Für die Lausitz bietet sich damit eine industriepolitische Chance. Der Übergang vom Braunkohlestandort zu einem zukunftsfähigen Industrie- und Energieareal ist kein regionales Strukturwandelthema, sondern Teil einer größeren Frage: Wo entstehen künftig die Standorte, an denen Deutschland und Europa ihre technologische und industrielle Basis sichern? (eg)
Die ILA Berlin 2026 ist noch bis Sonntag, den 14. Juni 2026, am Berlin ExpoCenter Airport am Flughafen BER zu besichtigen.