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Fünf Jahre Digitalisierung für den Mittelstand
Eine ausgezeichnete Digitalisierung ist das Ziel des Mittelstands | © HYWARDS, Canva (Symbolbild)

Fünf Jahre Digitalisierung für den Mittelstand

15. September 2026

Nach rund fünf Jahren endet das Projekt Mittelstand-Digital Zentrum Berlin am 30. September. Ab Januar 2027 – vorbehaltlich der Förderentscheidung – soll das Mittelstand-Digital Zentrum Ost seine Arbeit aufnehmen.

Die Zahlen sprechen für sich: 336 Veranstaltungen und Workshops, mehr als 14.000 Teilnehmende und über 30 übertragbare Digitalisierungsbeispiele aus dem Mittelstand. Die Bilanz zeigt, wie das Zentrum kleine und mittlere Unternehmen in Berlin und Brandenburg dabei unterstützt hat, digitale Technologien kennenzulernen, Kompetenzen aufzubauen und konkrete Vorhaben umzusetzen.

Ob erste Orientierung, die Qualifizierung von Mitarbeitenden oder die Umsetzung eines Digitalisierungsvorhabens: das Mittelstand-Digital Zentrum Berlin setzte stets bei den tatsächlichen Herausforderungen der Unternehmen an. Dafür bündelten der Unternehmensverband Der Mittelstand. BVMW, das Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering und das Institut für Innovations- und Informationsmanagement ihre jeweiligen Kompetenzen. So entstanden aus verständlich vermitteltem Wissen und praktisch erlebbaren Technologien tragfähige Lösungen für den betrieblichen Alltag.

Grundlage für diesen niedrigschwelligen Zugang war die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), durch die Unternehmen alle Angebote des Mittelstand-Digital Zentrums Berlin kostenfrei nutzen konnten.

Wirkung im bundesweiten Netzwerk

Auch die externe Evaluation des bundesweiten Netzwerks der Mittelstand-Digital Zentren bestätigt die Wirkung der Unterstützungsangebote. Laut dem im November 2025 veröffentlichten Zwischenbericht werden in fast jedem zweiten unterstützten Unternehmen Digitalisierungsmaßnahmen und/oder Folgeinvestitionen angestoßen. Eine Hochrechnung zeigt zudem: Bei rund 65.000 der seit 2021 erreichten Unternehmen konnten die Mittelstand-Digital Zentren zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen, bei bis zu 33.524 Unternehmen zur Steigerung von Umsätzen und bei bis zu 32.066 Unternehmen zur Steigerung von Gewinnen.

Digitalisierung für die Praxis

Inhaltlich reichte das Spektrum von Künstlicher Intelligenz und KI-Readiness über Wissensmanagement und Cybersicherheit bis hin zu digitaler Souveränität und dem Aufbau digitaler Kompetenzen. Seit dem Projektstart im September 2021 wurden die Themen und Formate kontinuierlich an neue technologische Entwicklungen und die Bedarfe kleiner und mittlerer Unternehmen angepasst.

Zu den praxisnahen Angeboten gehörten unter anderem der KI-Escaperoom in Werder (Havel), zahlreiche Online- und Präsenzformate zu KI und Geschäftsmodellen sowie KI in der Unternehmenskommunikation und Kooperationen mit dem Forum Digitale Technologien und dem KI-Campus. Künstliche Intelligenz entwickelte sich dabei über die Projektlaufzeit zu einem zentralen Schwerpunktthema des Zentrums - von der ersten Orientierung und Qualifizierung bis zur konkreten Erprobung und Umsetzung in Unternehmen.

Wie Digitalisierung konkrete betriebliche Herausforderungen lösen kann, zeigen die Praxisbeispiele in den verschiedensten Unternehmen: Für SecAnim entstand eine KI-gestützte Routen- und Personaleinsatzplanung, beim Kompass Zentrum für Existenzgründung wurden unstrukturierte Mandantendaten für eine schnellere, datenschutzkonforme Nutzung aufbereitet, und auf dem Biohof Werder ermöglicht ein Prototyp aus Sensorik, Einplatinencomputer und LoRaWAN die Fernüberwachung der mobilen Hühnerhaltung. Die Beispiele verdeutlichen den Ansatz des Zentrums, Lösungen gemeinsam mit den Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll und praxistauglich zu gestalten.

Ausblick auf das neue Zentrum Ost

Die im Berliner Projekt aufgebauten Kompetenzen, Netzwerke und Erfahrungen sollen der Region erhalten bleiben. Ab Januar 2027 soll das Mittelstand-Digital Zentrum Ost seine Arbeit aufnehmen. Es soll Unternehmen in Berlin, Brandenburg und Sachsen bei der digitalen Transformation unterstützen. Dem geplanten Konsortium sollen neben dem BVMW die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering, das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, die Technische Hochschule Wildau sowie die Technische Universität Chemnitz angehören. (red)