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Equal Pay Day: Forderung nach mehr Veränderung
Cansel Kiziltepe (SPD), Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung | Bild: Photothek

Equal Pay Day: Forderung nach mehr Veränderung

27. Februar 2026

Zum heutigen Equal Pay Day macht Berlins Senatorin für Frauen und Gleichstellung, Cansel Kiziltepe, klar: Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist auch in Berlin noch nicht geschlossen und das muss sich endlich ändern. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen rechnerisch länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahreseinkommen von Männern zu kommen.

Bundesweit beträgt der Gender Pay Gap 16 Prozent, in Berlin 10 Prozent. Berlin steht damit im Ländervergleich zwar ganz gut da, von echter Lohngerechtigkeit ist die Hauptstadt aber dennoch ein gutes Stück entfernt.

Die Hauptgründe für den Gender Pay Gap sind weiterhin ungleich verteilte Sorgearbeit, eine hohe Quote an Teilzeitarbeit bei Frauen und die Tatsache, dass immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen arbeiten. Besonders hart trifft es Alleinerziehende und Frauen mit Migrationsgeschichte. Kiziltepe fordert entschlossene Schritte vom Bund für faire Bezahlung, für bessere Chancen und weniger strukturelle Nachteile für Frauen am Arbeitsmarkt.

Das Land setzt bereits einige Hebel in Bewegung: mit einem Landesmindestlohn, der über dem Bundesdurchschnitt liegt, mit mehr Entgelttransparenz in der Verwaltung, gezielter Förderung von Frauen in Führung, besseren Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Programmen für den beruflichen Wiedereinstieg.

Senatorin Cansel Kiziltepe: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine Frage von Gerechtigkeit. In Deutschland ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern immer noch traurige Realität. Das muss sich schnell ändern. Die EU hat dafür klare Kriterien festgelegt, die der Bund spätestens bis Juni 2026 umsetzen muss. Verzögerungen darf es nicht geben. Die Zeiten müssen vorbei sein, in denen das Gehalt vom Geschlecht abhängt.“

Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Berlin und Brandenburg gehören zu den Ländern mit den bundesweit geringsten Entgeltlücken zwischen Männern und Frauen. Die Unternehmen in der Hauptstadtregion begrüßen es, dass die Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern in den vergangenen Jahren immer geringer geworden sind. Wir Arbeitgeber unterstützen Anstrengungen, die diesen Trend beschleunigen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Arbeitszeit – Frauen arbeiten überdurchschnittlich oft in Teilzeit. Bessere Angebote in den Bereichen Kinderbetreuung und Pflege können dazu führen, dass mehr Frauen in Vollzeit oder nahezu in Vollzeit tätig sind – was ihre Verdienst- und Karrierechancen erhöht. Generell brauchen wir eine faire Debatte über die Ursache von Entgeltunterschieden zwischen Frauen und Männern. Es trifft nicht zu, dass Arbeitgeber Frauen bei der Bezahlung systematisch benachteiligen. Vielmehr spielen Faktoren wie die Berufswahl, Qualifikationen oder Erwerbspausen aus familiären Gründen die entscheidende Rolle. Hinzu kommt die Frage, ob ein Mensch in der Industrie arbeitet oder bei einem Dienstleister, im Mittelstand oder bei einem großen Konzern. Wir werben dafür, dass sich mehr Mädchen und Frauen für Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entscheiden.“ (red)