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DIW-Konjunkturbarometer fällt: Moraitis fordert konkrete Projekte
Infrastrukturinvestitionen schaffen die Grundlage für neue Bauprojekte und private Folgeinvestitionen | Symbolbild: KI-generiert mit OpenAI

DIW-Konjunkturbarometer fällt: Moraitis fordert konkrete Projekte

29. Juli 2026

Deutschlands Wirtschaft verliert im Juli erneut an Schwung. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist von 96,1 Punkten im Juni auf 91,3 Punkte gefallen. Damit liegt der Indikator so niedrig wie seit Herbst 2025 nicht mehr und deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Diese entspricht im Durchschnitt einem Wachstum von rund einem Drittelprozent.

Geopolitische Risiken belasten die Wirtschaft

Das DIW führt die schwache Entwicklung vor allem auf geopolitische Unsicherheiten und die Folgen des Iran-Kriegs zurück. Die Lage an der Straße von Hormus bleibt unübersichtlich, die Energiepreise sind weiterhin erhöht. Das schwächt die Kaufkraft und erschwert Investitionsentscheidungen. Hinzu kommen die gedämpfte Weltwirtschaft, die schwache Nachfrage nach deutschen Exportgütern und Sorgen um ein mögliches Abflauen des KI-Booms.

Besonders die Industrie bleibt ein Belastungsfaktor. Produktion und Auftragseingänge zeigen bislang keine nachhaltige Belebung – mit Ausnahme jener Bereiche, die von höheren Verteidigungsausgaben profitieren. Zwar haben sich die Geschäftserwartungen im Juli etwas verbessert. Bei Investitionen bleiben die Unternehmen dennoch vorsichtig.

Das DIW-Konjunkturbarometer fällt im Juli 2026 auf 91,3 Punkte. Grafik: DIW Berlin, CC BY 4.0
Das DIW-Konjunkturbarometer fällt im Juli 2026 auf 91,3 Punkte. Grafik: DIW Berlin, CC BY 4.0

Sondervermögen braucht konkrete Projekte

Auch die binnenwirtschaftlichen Signale sind widersprüchlich. Die Ausgabenpakete der Bundesregierung stützen die Konjunktur bereits. Zugleich ist offen, wie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität eingesetzt wird und wann daraus spürbare Impulse entstehen.

Für die Immobilienwirtschaft ist das entscheidend. Investitionen in Verkehr, Energieversorgung und kommunale Infrastruktur schaffen nicht nur öffentliche Aufträge. Sie können Standorte aufwerten, Grundstücke erschließen und private Investitionen mobilisieren. Dafür müssen aus politischen Beschlüssen belastbare Projekte werden.

„Die entscheidende Frage ist, wann angekündigte Mittel in finanzierte und terminierte Vorhaben übersetzt werden. Projektentwickler investieren nicht auf der Grundlage abstrakter Milliardenbeträge, sondern wenn Zuständigkeiten, Förderbedingungen und Zeithorizonte belastbar sind. Das Infrastruktur-Sondervermögen kann erhebliche private Folgeinvestitionen auslösen. Dafür müssen die Mittel zügig in umsetzbare Projekte fließen“, sagt Ioannis Moraitis, Geschäftsführer der Hedera Bauwert GmbH.

Verlässliche Umsetzung als Konjunkturimpuls

Auch bei Dienstleistungen und Arbeitsmarkt ist vorerst keine klare Erholung in Sicht. Hohe Energiepreise dämpfen den Konsum, während die Erwerbstätigkeit zurückgeht. Damit bleibt die deutsche Wirtschaft anfällig für externe Schocks.

Geopolitische Risiken kann die Bundesregierung nur begrenzt beeinflussen. Bei der Umsetzung ihrer Investitionsprogramme besitzt sie dagegen eigenen Handlungsspielraum. Je klarer Projekte priorisiert, finanziert und zeitlich festgelegt werden, desto eher können öffentliche Mittel privates Kapital aktivieren. Für die Immobilienwirtschaft wäre das der Schritt hin zu einer investitionsfähigen Projektpipeline. (red)