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DIHK-Konferenz: Klimaneutralität braucht Investitionen und Planungssicherheit
Im DIHK-Panel „Klimaneutrales Bauen von morgen – Innovation oder Rückbesinnung?“ diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über Digitalisierung, Gebäudebestand, Kreislaufwirtschaft und neue Technologien im Bauwesen | BERLINboxx

DIHK-Konferenz: Klimaneutralität braucht Investitionen und Planungssicherheit

01. Juni 2026

Wie kann der Gebäudesektor klimaneutral werden, ohne Bauen und Wohnen unbezahlbar zu machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der DIHK-Konferenz „Aufbruch im Gebäudesektor: Klimaneutral. Wirtschaftlich. Zukunftsfähig.“ im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten über Wärmewende, energetische Sanierung, Baukosten und die Zukunft des Wohnungsbaus.

In seiner politischen Keynote machte Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), deutlich, dass die Bundesregierung an den Klimazielen festhält und gleichzeitig mehr Akzeptanz für die Transformation schaffen will. Eine zentrale Rolle soll dabei das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz spielen, das die europäischen Vorgaben zur Gebäudeeffizienz umsetzen und zugleich mehr Technologieoffenheit ermöglichen soll.

„Der Umstieg vor allen Dingen auf die Wärmepumpe, aber auch auf die Fernwärme wird nicht aufzuhalten sein, weil es eine funktionierende, seriöse Technologie ist“, betonte Bartol. Gleichzeitig müsse die Transformation wirtschaftlich tragfähig bleiben und den Eigentümern ausreichend Handlungsspielräume bieten.

Neben der Wärmewende stand vor allem die Frage im Raum, wie die notwendigen Investitionen in den Gebäudebestand finanziert werden können. Hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren und steigende regulatorische Anforderungen gelten weiterhin als wesentliche Hemmnisse für Neubau und Modernisierung.

Bartol sprach sich deshalb für schnellere Verfahren, mehr Digitalisierung und eine konsequente Senkung der Baukosten aus. „So wie bisher kann es nicht weitergehen. Wir müssen die Baukosten konsequent senken“, erklärte der Staatssekretär. Förderprogramme allein könnten die strukturellen Herausforderungen der Branche nicht dauerhaft lösen.

Auch die Diskussionen auf den Fachpanels machten deutlich, dass die Transformation des Gebäudesektors nur gelingen kann, wenn Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Investitionsfähigkeit gemeinsam gedacht werden. Dabei standen neben technologischen Innovationen insbesondere die Sanierung des Gebäudebestands, die Optimierung von Betriebsprozessen sowie neue Ansätze für mehr Ressourceneffizienz im Mittelpunkt.

Für Projektentwickler Ioannis Moraitis, Geschäftsführer der Hedera Bauwert GmbH, liegt die zentrale Herausforderung weniger im Mangel an Lösungen als in deren Umsetzung. Gegenüber BERLINboxx erklärte er:

„Die Immobilienwirtschaft verfügt über das Know-how, das Kapital und die Bereitschaft zu investieren. Was häufig fehlt, sind verlässliche Rahmenbedingungen und effiziente Verfahren. Wer Klimaneutralität im Gebäudesektor erreichen will, muss deshalb auch Investitionen und Genehmigungen beschleunigen. Nur so können die dringend benötigten Projekte in der notwendigen Geschwindigkeit umgesetzt werden.“

Die DIHK-Konferenz machte damit deutlich: Der Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand führt nicht allein über neue Technologien oder zusätzliche Regulierung. Entscheidend werden künftig Planungssicherheit, Investitionsbereitschaft und die Fähigkeit sein, Projekte schneller und wirtschaftlicher umzusetzen. (red)