Bund plant Gasreserve
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will eine staatliche Erdgasreserve für Krisenfälle anlegen. Geplant ist eine Reserve von 24 Terrawattstunden Gas, was knapp zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität entspricht. Die Kosten dafür werden auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt, verteilt auf die Jahre 2027 und 2028. Für Transport, Speicherkapazitäten und Verwaltung kämen laufende Kosten von bis zu 180 Millionen Euro hinzu. Die Finanzierung soll über eine Umlage auf die Gasverbraucher erfolgen.
Mit der staatlichen Gasreserve könnte ein 30-tägiger Ausfall der größten Importinfrastruktur, des Anlandepunktes Dornum in Niedersachsen, ausgeglichen werden. Nach Expertenschätzungen reichen 24 Terrawattstunden auch aus, um 40 Tage Ausfall von LNG-Importen oder zehn Tage Vollversorgung von Haushalten und Gewerbe in einem Extremwinter mit Ausfall aller Pipeline- und LNG-Importe abzusichern. In einem Normalwinter wären es 18 Tage. Die Regelung könnte bereits zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. (evo)