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Berlins Kultursenatorin legt Amt nieder
Überraschender Abgang: Sarah Wedl-Wilson tritt als Kultursenatorin zurück | Bild: KI bearbeitet; Vorlage: Sandro Halank, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Berlins Kultursenatorin legt Amt nieder

24. April 2026

Nicht mal ein Jahr nach ihrem Amtsantritt hat Sarah Wedl-Wilson ihr Amt als Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt niedergelegt. Medienberichten zufolge bat die parteilose Politikerin heute um ca. 10 Uhr um ihre Entlassung. Hintergrund ist mutmaßlich ihre Verwicklung in die Fördergeld-Affäre.

Bereits seit mehreren Monaten stand Wedl-Wilson in der Kritik, wobei wiederholt neue Vorwürfe erhoben wurden. Der Rechnungshof wurde eingeschaltet und übermittelte am Donnerstagmorgen seinen Prüfbericht an die Senatskanzlei. Darin wurde festgestellt, dass die Kulturverwaltung rechtswidrig und willkürlich gehandelt habe. In 13 Fällen von Zuwendungsbescheiden mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Millionen Euro seien demnach Vorschriften missachtet worden.

Nach einer parlamentarischen Fragestunde soll der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) den Bericht eingehend geprüft und anschließend ein längeres Gespräch mit Wedl-Wilson geführt haben, worauf diese im Anschluss bereits im engen Kreis ihren Rücktritt angekündigt hatte. Wegner erklärt: „Die Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sarah Wedl-Wilson, hat nach dem Rechnungshofbericht heute um ihre Entlassung aus dem Amt gebeten. Ich danke Sarah Wedl-Wilson sehr für ihren herausragenden Einsatz für die Berliner Kultur in den vergangenen drei Jahren."

Zuvor hatte Wedl-Wilson am Dienstag ihren Staatssekretär Oliver Friederici (CDU) entlassen, ohne dies ausführlich zu begründen. Diese Entscheidung wurde überparteilich als „Bauernopfer“ kritisch bewertet.

Nun folgt die Chefin selbst und tritt damit in die Fußstapfen ihres Vorgängers. Wedl-Wilson wurde am 22. Mai 2025 zur Kultursenatorin ernannt und folgte auf Joe Chialo (CDU), der zuvor im Zusammenhang mit Kritik an den geplanten Haushaltskürzungen im Kulturbereich überraschend zurückgetreten war.

Eine dauerhafte Nachfolge ist derzeit noch nicht vorgesehen, da im September die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus stattfinden. Übergangsweise soll die Staatssekretärin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) die Aufgaben kommissarisch übernehmen. (mz)