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Berliner SPD will Lehrer-Ausbildung neu organisieren
Steffen Krach, Spitzenkandidat der SPD Berlin | © Robert Lehmann Fotografie

Berliner SPD will Lehrer-Ausbildung neu organisieren

18. Juni 2026

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach plädiert für eine grundlegende Neuorganisation der Lehrkräfteausbildung. Sein Vorschlag: Künftig sollen Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr an mehreren Hochschulen ausgebildet werden, sondern an einer zentralen, eigenständigen „School of Education“.

Hintergrund ist der anhaltende Lehrkräftemangel. Trotz zusätzlicher Studienplätze und umfangreicher Förderprogramme wurden die angestrebten Absolventenzahlen in den vergangenen Jahren nicht erreicht. Krach sieht darin ein Zeichen dafür, dass die bestehenden Strukturen nicht ausreichend funktionieren.

Der Vorstoß hätte erhebliche Folgen für die Berliner Hochschullandschaft. Die Lehramtsstudiengänge müssten aus den Universitäten herausgelöst und in einer neuen Institution gebündelt werden. Damit stellt Krach ein Modell infrage, das Berlin seit Jahrzehnten verfolgt.

Bemerkenswert ist dabei die historische Parallele: Bis 1980 existierte mit der Pädagogischen Hochschule in Lankwitz bereits eine eigenständige Ausbildungsstätte für Lehrkräfte. Erst danach wurden die Studiengänge in die Universitäten integriert. Krachs Vorschlag würde diese Entwicklung zumindest teilweise wieder umkehren.

Die Debatte reicht damit über die Bildungspolitik hinaus. Im Kern geht es um die Frage, ob ein spezialisierter institutioneller Zuschnitt bessere Ergebnisse liefert als die Einbindung in große Universitäten, eine Organisationsfrage, die auch in anderen Bereichen des öffentlichen Sektors immer wieder gestellt wird. (pk)