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Berlin wird Zero Waste City
Zerstreuter Müll in einem Berliner Park | Foto: solafix auf Pixabay

Berlin wird Zero Waste City

08. Oktober 2020

Berliner kennen es: überfüllte Mülleimer, Zigaretten und Plastikmüll auf den Straßen. Nun hat der Senat auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, den Bericht zum Thema „Abfallpolitik auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft – Berlin wird Zero Waste City“ beschlossen. Damit will Berlin den Titel Müllhauptstadt loswerden.

„Zero Waste“ – Abfallvermeidung in der Hauptstadt

Die Stadt hat sich dem Leitbild „Zero Waste“ verschrieben. Diese setzt bei der Abfallvermeidung an, d.h. Abfälle sollen nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen und verbleibende Abfälle als Rohstoffe weiterverwertet werden. Dies fördert nicht nur die nachhaltige Entwicklung der Stadt, sondern trägt auch maßgeblich zum Klimaschutz bei. Pro Jahr produziert jeder Berliner rund 380 Kilogramm Müll. Insgesamt entstehen so jährlich bis zu 800.000 Tonnen Müll. Allein 30.000 Plastiktüten und 20.000 Einwegbecher werden pro Stunde verbraucht.

Zwischen Herbst 2019 und 2020 wurden bereits eine Vielzahl von Projekten und Initiativen vorangebracht und umgesetzt. Um sich so schnell wie möglich von der Wegwerfgesellschaft zu verabschieden, werde man neue Wege bestreiten, um die Öffentlichkeit und alle Berliner zu informieren und zu motivieren mitzumachen.

Second-Hand-Kaufhäuser

Second-Hand-Shops und Ökomärkte sind unter den Berlinern beliebt und allgegenwärtig. Doch auch Zuhause findet man den einen oder anderen Gegenstand, den man nicht mehr verwendet, der aber noch einwandfrei funktioniert. Die Lösung: Kaufhäuser in denen gebrauchte Güter verkauft werden. Bereits am 09. September wurde beispielsweise für sechs Monate der Pop-Up-Store „B-Wa(h)renhaus“ im Kaufhaus Karstadt am Hermannplatz eröffnet. Erstmals in Deutschland werden so gebrauchte Utensilien aus Privathaushalten an neue Besitzer verkauft. Ein weiteres Beispiel ist das Gebrauchtwarenkaufhaus NochMall der BSR in Reinickendorf.

Ist das noch haltbar?

In Berlin und Brandenburg landen schätzungsweise 1.200 Tonnen Lebensmittel im Monat, unnötigerweise im Abfall. Viele davon, weil sie „abgelaufen“, aber dennoch genießbar sind. Vor diesem Hintergrund wurde die Kampagne zur richtigen Nutzung der Biotonne in diesem Jahr mit dem Thema Lebensmittelwertschätzung verknüpft. Mit einer mobilen Fahrradküche zog der Verein „Restlos Glücklich“ durch die Stadt und zeigte den Berlinern, wie man auch aus abgelaufenen Lebensmitteln ein gesundes und leckeres Gericht zaubern kann. Mit der Nutzung der Biotonne können Haushalte die Menge ihres Restmülls deutlich verringern und aus den Küchen- und Gartenabfällen kann klimaverträgliches Biogas erzeugt werden.

Wiederverwendung von Retouren

Ein weiteres Ziel, ist es, vor allem im Online-Handel, seitens der Käuferinnen und Käufer Retouren zu vermeiden und von Seiten der Händlerinnen und Händler eine Weiterverwendung sicherzustellen. Es werden verschiedene Lösungsansätze erprobt wie z.B Apps für Kleidertauschaktionen oder auch Workshops zum Ressourcenschonen. (mp)