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Berlin gründet eine „Landesanstalt für Schienenfahrzeuge
Der Berliner Senat hat beschlossen, eine landeseigene Fahrzeuggesellschaft zu gründen | Foto: Rebecca Holm via Pixabay

Berlin gründet eine „Landesanstalt für Schienenfahrzeuge"

25. November 2020

Auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, beschloss der Senat heute, eine landeseigene Fahrzeuggesellschaft zu gründen. Berlin erhält somit erstmals die Möglichkeit, S-Bahn-Fahrzeuge selbst günstig zu erwerben.

Gründung einer landeseigenen Fahrzeuganstalt – für ein unabhängiges Berlin

Die Gründung ist ein Bestandteil der vom Senat beschlossenen Neuvergabe der beiden S-Bahn-Teilnetze Nord-Süd und Stadtbahn, die bereits im Mai dieses Jahres vom Senat festgelegt wurde. Im Rahmen der Ausschreibung sollen mindestens 1.308 neue S-Bahn-Wagen für bis zu drei Milliarden Euro beschafft und erstmals in Landeseigentum genommen werden. Geplante Neubaustrecken nach Velten, Finkenkrug, Stahnsdorf, Rangsdorf und zur Wasserstadt Spandau, können dann mit weiteren 852 weitere Wagen (213 Halbzüge) befahren werden.

Laut Günther bringe eine landeseigene Fahrzeuganstalt viele Vorteile: „Die Neugründung einer landeseigenen Fahrzeuganstalt – erstmals überhaupt für die Berliner S-Bahn – ist ein zentraler Baustein, um möglichst kostengünstig Fahrzeuge zu erwerben. Zudem macht sich Berlin auf diese Weise unabhängig von nur einem Betreiber. Mit dem Erwerb hochmoderner Wagen und der Bündelung von Instandhaltung und Wartung für 30 Jahre schaffen wir ein verlässliches, attraktives Angebot für umwelt- und klimafreundliche Mobilität“.

Bereits im Juni 2018 hat der Senat das Berliner Mobilitätsgesetz beschlossen. Mit der Gründung einer landeseigenen Fahrzeuganstalt, kommt man dem Ziel näher, Berlin mobiler und klimafreundlicher zu gestalten.

Bessere Finanzierungskonditionen als Eigentümer

Die Vorteile, die sich aus einer landeseigenen Fahrzeuganstalt ergeben, sind sehr ersichtlich. Ebenfalls betonte Günther, dass Kosten wegfallen würden, da das Land Berlin als Träger der Anstalt bessere Finanzierungskonditionen erhalte. Man müsse nun nicht mehr die teure Vorfinanzierung der Fahrzeuge, durch das beauftragte Unternehmen zahlen. Als Eigentümer einer eigenen Fahrzeuganstalt habe man den Fahrzeugpool selbst in der Hand. Dazu baue man auf diese Weise kommunales Vermögen auf und sichert nachhaltig die wirtschaftliche Unabhängigkeit des ÖPNV. (mp)