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BASF verlagert Stellen nach Indien
Wie steht es um die Zukunft des BASF-Standort in Berlin? | Bild: Rudolf Stricker, Wikimedia

BASF verlagert Stellen nach Indien

12. Februar 2026

Mitarbeitende von BASF in Berlin und Schwarzheide müssen um ihre Arbeitsplätze fürchten. Der Chemiekonzern kündigte an, Unternehmensbereiche nach Indien zu verlagern. Die Gewerkschaft IGBCE stellte daraufhin Widerstand in Aussicht.

Nach Angaben des Unternehmens plant BASF einen Stellenabbau in Berlin sowie die Verlagerung einzelner Bereiche ins Ausland. Dies geht sowohl aus einer Pressemitteilung des Konzerns als auch aus einer Stellungnahme des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner (CDU), hervor.

Demnach sollen die Aktivitäten des Bereichs „Global Business Services“ künftig in einem neuen globalen Zentrum in Indien gebündelt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, einzelne Angebote am Standort Kuala Lumpur in Malaysia zusammenzuführen. Für Berlin teilte BASF mit, dass der Standort weiterhin Dienstleistungen erbringen werde. Diese sollen jedoch künftig stärker auf regionaler Ebene gebündelt werden.

Unklar blieb zunächst, welche konkreten Leistungen in Berlin verbleiben, und wie viele der rund 2.800 Arbeitsplätze in der Hauptstadt von den Veränderungen betroffen sein werden.

Schwarzheide ebenfalls betroffen

Auch der BASF-Standort im brandenburgischen Schwarzheide (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) dürfte von den Umstrukturierungen und dem Stellenabbau betroffen sein. Nach Unternehmensangaben gilt dies für den Bereich „Digital Solutions“.

Laut Gewerkschaft IGBCE arbeiten dort derzeit rund 100 Beschäftigte in Schwarzheide. BASF teilte mit, dass dieser Bereich am Standort bis Ende 2027 vollständig aufgegeben werden soll. Wie viele Stellen konkret wegfallen, wurde jedoch nicht genannt.

Neuer Standort bereits angekündigt

Weltweit beschäftigt BASF etwa 112.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 8.500 im Bereich „Global Business Services“. Bereits Ende Januar hatte der Konzern angekündigt, im indischen Hyderabad einen „globalen Digital Hub“ einzurichten, um Kompetenzen an einem kostengünstigeren Standort zu bündeln.

Kai Wegner äußerte deutliche Kritik. Er nehme mit großer Sorge zur Kenntnis, dass BASF wesentliche Teile seiner Aktivitäten aus Berlin und damit aus Deutschland nach Indien verlagern und zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze abbauen wolle.

Berlin habe sich über viele Jahre als verlässlicher, innovationsstarker und stabiler Wirtschaftsstandort für BASF bewährt, erklärte Wegner. Vor diesem Hintergrund erwarte er vom Unternehmen eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der weiteren Planungen für den Standort Berlin.

Gewerkschaft kündigt Gegenwehr an

Auch die Chemiegewerkschaft IGBCE übte scharfe Kritik an der geplanten Verlagerung und kündigte Widerstand an. Mithilfe eines speziellen Tarifvertrags sei es seinerzeit gelungen, konzerninterne Dienstleistungen wie Finanzen, Personalwesen und IT in Berlin zu bündeln, anstatt sie – wie ursprünglich geplant – in die Slowakei auszulagern. Dafür hätten die Beschäftigten spürbare Einbußen bei Gehalt und Arbeitszeit in Kauf genommen. Trotz dieser Zugeständnisse würden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun vor vollendete Tatsachen gestellt, kritisierte Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost.

BASF erklärte hingegen, dass Details derzeit noch ausgearbeitet würden. Die Beteiligung der zuständigen Arbeitnehmervertretungen werde rechtzeitig sowie unter Einhaltung der gesetzlichen und lokalen Vorgaben erfolgen. (red)