25 Jahre BERLINboxx
BusinessMagazin
Ausbildungsplatzabgabe weiterhin in der Kritik
Die Berliner Wirtschaft setzt ein Statement gegen die Ausbildungsplatzabgabe | Bild: Ingo Joseph, Pexels

Ausbildungsplatzabgabe weiterhin in der Kritik

17. März 2026

Die Berliner Wirtschaft lehnt das Gesetz zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe auch mit den jetzt vorgestellten Änderungen ab. Dies haben die Industrie- und Handelskammer zu Berlin (IHK Berlin), die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg (FG BAU), der Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB), Dehoga Berlin, SIBB - Verband der Digitalwirtschaft, die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) und der Verband Freie Berufe in Berlin in einer gemeinsamen Erklärung bekräftigt:

„Das Gesetz bleibt auch mit den Änderungen falsch. Die Berliner Unternehmen und Betriebe haben geliefert und innerhalb von zwei Jahren knapp 1.300 zusätzliche Ausbildungsverhältnisse geschaffen – trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Was die Berliner Verwaltung erreicht hat, ist bislang nicht bekannt. Vor diesem Hintergrund ist für uns nicht nachvollziehbar, warum die Politik nicht die Chance nutzt, auf dem bisher Erreichten aufzubauen und nachweislich erfolgreiche Maßnahmen zur Verbesserung von Berufsorientierung und Berufseinstieg weiter zu verstärken. Die nächste Sitzung des Bündnisses für Ausbildung am kommenden Freitag wäre eine gute Gelegenheit gewesen, entsprechende Schritte gemeinsam abzustimmen.

Aus Sicht der Wirtschaft ist es sehr ärgerlich, dass die Regierungsfraktionen stattdessen wenige Tage vor dieser Sitzung einen Gesetzesentwurf präsentieren und - allen Einwänden zum Trotz - an diesem umstrittenen Vorhaben von zweifelhafter Wirksamkeit festhalten. Die aktuellen Änderungen führen dazu, dass die Abgaben eines kleinen mittelständischen Betriebs, der keine Auszubildenden findet, zur vollständigen Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze in einem Konzern verwendet werden können. Dieses Gesetz hilft also weder den Jugendlichen noch dem Wirtschaftsstandort Berlin, sondern führt zu zusätzlicher Bürokratie, belastet die öffentlichen Haushalte und den Preis zahlen am Ende die Berlinerinnen und Berliner über Steuern und höhere Preise, wenn Unternehmen zusätzliche Kosten weitergeben müssen.“ (red)