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Aufbruchsstimmung beim Immobilien-Dialog München:  Branche fordert mehr Tempo – All3 setzt auf KI und Robotik
Wulf von Borzyskowski, Geschäftsführer der All3 Construction Germany GmbH, beim Immobilien-Dialog Metropolregion München im Gespräch über KI, Robotik und neue Wege im Wohnungsbau | All3

Aufbruchsstimmung beim Immobilien-Dialog München: Branche fordert mehr Tempo – All3 setzt auf KI und Robotik

13. Mai 2026

Beim diesjährigen Heuer Dialog Immobilien-Dialog Metropolregion München trafen sich am 11. und 12. Mai führende Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Stadtentwicklung, Finanzierung und Bauindustrie, um über die Zukunft der Metropolregion München und die strukturellen Herausforderungen des deutschen Wohnungsmarktes zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Themen Wohnungsbau, Produktivität, Genehmigungsprozesse, urbane Transformation und technologische Innovationen.

Die Veranstaltung, organisiert von Heuer Dialog, brachte zahlreiche namhafte Akteure der Branche zusammen. Zu den diskutierenden Gästen gehörten unter anderem Marcus Betz von der Stadtsparkasse München, Marinus Krämmel von der Krämmel Unternehmensgruppe, Vertreter der Landeshauptstadt München, der Münchner Wohnen sowie zahlreiche Projektentwickler, Investoren und Berater. Inhaltlich zog sich eine zentrale Erkenntnis wie ein roter Faden durch nahezu alle Panels: Der Wohnungsbau leidet weniger an fehlender Nachfrage als vielmehr an mangelnder Geschwindigkeit, steigender Komplexität und zu niedriger Produktivität.

Besonderes Feedback folgte dem Auftritt von Wulf von Borzyskowski, Geschäftsführer von All3 Construction Germany. Der Berliner Unternehmenschef positionierte All3 erneut als Vordenker des technologiegetriebenen Wohnungsbaus. Von Borzyskowski argumentierte, dass die deutsche Bauwirtschaft ohne industrielle und digitale Transformation ihre strukturellen Probleme nicht lösen könne. KI-gestützte Planung, automatisierte Vorfertigung und robotikbasierte Montageprozesse seien keine Zukunftsvision mehr, sondern eine notwendige Antwort auf steigende Kosten, Fachkräftemangel und den massiven Wohnungsmangel in den Metropolregionen.

Insbesondere die Verbindung aus künstlicher Intelligenz, Holzbau und robotischer Fertigung sorgte in München für Aufmerksamkeit. In verschiedenen Social-Media-Beiträgen rund um die Veranstaltung wurde deutlich, dass das Thema „Produktivität im Wohnungsbau“ inzwischen deutlich stärker in den Fokus der Branche rückt. Teilnehmer und Branchenvertreter diskutierten dabei verstärkt die Frage, wie Wohnungsbau wieder wirtschaftlich darstellbar werden kann, ohne die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Individualisierung aufzugeben.

Das Unternehmen Münchner Wohnen, vertreten durch die Geschäftsführerin Gabriele Meier, betonte in einem eigenen Beitrag die Bedeutung neuer Netzwerke, schnellerer Lösungen und innovativer Ansätze für die Entwicklung zukunftsfähiger Quartiere. Gleichzeitig verwiesen mehrere Branchenakteure auf die hohe Qualität der Diskussionen und die zunehmende Offenheit der Branche gegenüber industriellen Bauprozessen und automatisierter Fertigung.

Auffällig war zudem, dass sich die Debatte zunehmend von rein politischen Forderungen hin zu konkreten Umsetzungsfragen verschiebt. Während in den vergangenen Jahren häufig über regulatorische Rahmenbedingungen diskutiert wurde, standen in München stärker operative Lösungen im Mittelpunkt: Wie lässt sich schneller bauen? Wie kann serielles und zugleich individuelles Bauen funktionieren? Und wie gelingt es, die Baukosten dauerhaft zu reduzieren?

Gerade hier setzte All3 einen markanten Akzent. Das Unternehmen präsentierte seinen vertikal integrierten Ansatz aus KI-basierter Planung, robotischer Produktion und weitgehend automatisierter Montage als möglichen Weg aus der Produktivitätskrise der Branche. Bereits zuvor hatte von Borzyskowski mehrfach darauf hingewiesen, dass der klassische Wohnungsbau zu langsam, zu personalintensiv und zu wenig skalierbar geworden sei, um den Bedarf in Deutschland noch decken zu können.

Der Immobilien-Dialog München zeigte damit deutlich: Die Immobilienwirtschaft sucht wieder nach Lösungen – und die Diskussion verschiebt sich zunehmend von der Frage des „Ob“ hin zum „Wie“. Technologien, industrielle Prozesse und neue Partnerschaften zwischen Politik, Planung und Bauwirtschaft dürften dabei künftig eine wesentlich größere Rolle spielen. (fs)