Analyseinstrument für Berliner Innovationsökosysteme
Die Technologiestiftung Berlin hat ein Reifegradmodell als Bewertungsrahmen entwickelt, mit dem sich Berliner Innovationsökosysteme und ihre spezifischen Unterstützungsbedarfe erstmals systematisch und evidenzbasiert bestimmen lassen. Das Modell richtet sich vor allem an Entscheidungsträgerinnen sowie Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung und soll dabei helfen, passgenaue Unterstützungsmaßnahmen abzuleiten.
Die Technologiestiftung verbindet mit ihrem Analyseinstrument drei zentrale Aspekte eines Ökosystems: Innovationsfeld, Akteurslandschaft und Rahmenbedingungen. Das Innovations- und Technologiefeld beschreibt den Entwicklungsstand von Technologien und Produkten sowie relevante Trends. Die Analyse der regionalen Akteurslandschaft betrachtet die relevanten Akteure, Innovationstreiber und -dynamiken sowie Kooperationen und Vernetzung innerhalb und außerhalb des regionalen Ökosystems. Ergänzend fließen Rahmenbedingungen ein, dazu zählen der regulatorische und institutionelle Kontext sowie Fachkräfte, Infrastruktur und Finanzierung.
Etablierte Innovationsökosysteme wie Mikroelektronik und Photonik benötigen andere öffentliche Unterstützung als sich neu entwickelnde Innovationsfelder wie Künstliche Intelligenz. Das Reifegradmodell ermittelt diese unterschiedlichen Bedarfe strukturiert und evidenzbasiert und liefert damit konkrete Ansatzpunkte – etwa für den Ausbau von Infrastruktur, die Förderung von Gründerzentren oder die Stärkung von Kooperationsnetzwerken. Das Modell wurde mit Blick auf die Berliner Wirtschaft entwickelt, kann aber auf andere Regionen oder regionale Kontexte übertragen und entsprechend angepasst werden.
Franziska Giffey (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Innovation, Kooperation und Gründung treiben Wachstum und Beschäftigung in der Berliner Wirtschaft an. Mit der Deep Tech Berlin Agenda haben wir die Schwerpunkte der öffentlichen Innovationsförderung neu festgelegt. Das Reifegradmodell hilft uns, Förder- und Unterstützungsmaßnahmen für unterschiedliche Schlüsseltechnologien zu identifizieren und gezielt auszurichten. Gemeinsam mit der Technologiestiftung betrachten wir nun zunächst die Felder Mikroelektronik, Photonik und Quantentechnologien sowie Künstliche Intelligenz näher, da diesen ein besonders hohes Zukunftspotenzial zugeschrieben wird.“
Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin: „Wer als Entscheidungsträgerin oder Entscheidungsträger etwas bewegen will, muss die Ökosysteme seiner Region kennen – und zwar genau. Denn nur wer versteht, wo welche Stärken und Lücken liegen, kann gezielte Maßnahmen entwickeln, die auch greifen. Da sich diese Ökosysteme stetig wandeln, reicht eine einmalige Bestandsaufnahme nicht aus. Regelmäßige, systematische Bewertungen sind unerlässlich. Genau das leistet unser Reifegradmodell: Es schafft eine verlässliche, nachvollziehbare Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen.“
Dr. Charlotte Rochell, Innovationsökonomin und Studienautorin: „Mit dem Reifegradmodell können Politik und Verwaltungen gezielter entscheiden, in welchen Innovationsfeldern sie Infrastruktur ausbauen, Gründerzentren fördern oder Kooperationen stärken sollten. Das schafft Transparenz in einem komplexen Feld.“ (red)