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Änderungen in Berlin für 2026
Das neue Jahr bringt verschiedene Änderungen mit sich | Bild: Streetoncamara, Canva

Änderungen in Berlin für 2026

02. Januar 2026

Bundesweit treten zum Jahreswechsel diverse neue Regeln in Kraft, und auch in der Bundeshauptstadt kommt es zu zahlreichen landesinternen Änderungen. Vor allem die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist davon betroffen, aber auch die Bereiche Wohnen, Berufsausbildungen und Integration. Nachfolgend eine Auswahl:

ÖPNV wird teurer

Nicht nur das Deutschlandticket hat sich bekanntermaßen auf 63 Euro pro Monat erhöht, auch Fahrgäste, die lokal im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) unterwegs sind, müssen künftig mehr für Bus, U- und S-Bahn Tickets bezahlen. Der Einzelfahrschein für Berlin kostet nun genau 4 Euro (20 Cent mehr), das Vier-Fahrten-Ticket für den Tarifbereich AB kostet 12,40 Euro (80 Cent mehr), die AB-Kurzstrecke kostet 2,80 Euro (20 Cent mehr) und der Tarifbereich ABC, der auch Potsdam oder den Flughafen BER umfasst, kostet künftig genau 5 Euro (30 Cent mehr). Zudem haben sich verschiedene Abo-Angebote verteuert.

Höhere Mieten

Bei den sechs landeseigenen Berliner Wohnungsunternehmen steigen ab Januar die Mieten. Während die Bestandsmieten leicht auf 7,04 Euro bis 7,34 Euro pro Quadratmeter ansteigen, müssen neue Mieter deutlich mehr zahlen. Die Angebotsmieten betragen zwischen 8,26 Euro bei Berlinovo und 10,10 Euro bei der WBM.

Entlastung für Strom- und Gaskunden

Berliner Strom- und Gaskunden der GASAG AG werden hingegen beim Preis entlastet. Infolge des Wegfalls der sogenannten Gasspeicherumlage wird der Arbeitspreis um 0,34 Cent pro Kilowattstunde (kWh) in der Grundversorgung sinken.

Landesmindestlohn steigt

Ebenfalls ab Januar erhöht sich der Landesmindestlohn von 13,69 auf 14,84 Euro pro Stunde. 2027 soll sich dieser dann nochmals auf 15,59 Euro erhöhen. Der Landesmindestlohn gilt überall dort, wo das Land Berlin finanziell beteiligt ist. Nach Angaben der Sozialverwaltung profitieren mindestens 350.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte von der Erhöhung, das entspricht etwa 20 Prozent aller Beschäftigten. Der Berliner Landesmindestlohn ist an den bundeseinheitlichen Mindestlohn gekoppelt.

Berliner Abgeordnete erhalten mehr Geld

Auch die Bezüge der Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses haben sich erhöht. Jeder Abgeordnete erhält nun 8.161 Euro brutto im Monat – zuvor waren es 7.684 Euro brutto. Das entspricht einer Erhöhung um 6,2 Prozent oder 477 Euro.

Projekt Azubi-Wohnen

Lehrlinge sollen während ihrer Berufsausbildung in Berlin künftig leichter eine bezahlbare Wohnung oder ein Zimmer finden. Mit dem neuen Ausbildungsjahr startet auch das Projekt Azubi-Wohnen, welches laut Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) zunächst rund 150 Wohnplätze für Auszubildende umfasst. Dabei kann es sich um kleine Apartments oder auch WGs handeln – geplant ist, das Angebot ab dem Start im Sommer schrittweise auszubauen und durch zusätzliche Beratungsangebote zu ergänzen. Die Miete soll bei ungefähr 350 Euro im Monat liegen.

Neue Verwaltungsreform

Zum Anfang des Jahres sind wesentliche Teile der neuen Verwaltungsreform in Kraft getreten. Dies betrifft ein Landesorganisationsgesetz und mehrere Verfassungsänderungen. Mit der Reform soll unter anderem klar geregelt werden, welche Aufgaben von welcher Verwaltung übernommen werden, also wofür der Senat und wofür die Bezirke zuständig sind. Zudem ist eine bessere gesamtstädtische Steuerung durch die Senatsebene geplant, die Bezirke werden bei Vorhaben, die in ihrem Bereich liegen, frühzeitig eingebunden.

Digitales Willkommenszentrum

Für April ist die Inbetriebnahme eines digitalen Willkommenszentrums in erweiterter Form geplant. Laut der Senatsverwaltung wird bezüglich der besseren Integration eine „zeitgemäße, leicht zugängliche Informationsplattform“ für Menschen geschaffen, die aus dem Ausland nach Berlin ziehen.

Diese können sich auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Russisch oder Türkisch über Anmeldung, Wohnungssuche, den Zugang zum Gesundheitswesen, Aufenthaltsrecht, und weitere Themen informieren. Beispielunterlagen und Videos sollen es leichter machen, sich in den entsprechenden Bereichen zurechtzufinden. (mz)